Notfallreform: Stellungnahme der Ärztekammer Westfalen-Lippe

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) begrüßt die Initiative des Bundes zur Reform der Notfallversorgung. Angesichts voller Notaufnahmen, medizinisch unnötiger Rettungsdienst-Einsätze und stark belasteter Versorgungsstrukturen ist eine Weiterentwicklung dringend erforderlich.

Aus Sicht der ÄKWL müssen neue Regelungen jedoch in der Praxis umsetzbar sein und die bestehenden Strukturen stärken. Der vorliegende Entwurf darf nicht zu zusätzlichen Parallelstrukturen führen, die insbesondere die ambulante Versorgung weiter belasten und zusätzliche personelle Ressourcen erfordern.

Keine falschen Erwartungen wecken

Eine Reform der Notfallversorgung kann nur dann Akzeptanz finden, wenn transparent erklärt wird, welche Versorgung in welcher Situation zur Verfügung steht und wo Grenzen bestehen. 

„Die Reform wird eine spürbare Veränderung für alle bringen, die Notfallversorgung in Anspruch nehmen wollen. Es muss dabei allen klar sein: Jeder bekommt eine angemessene Versorgung – aber er wird eben nicht aufgrund seiner Selbsteinschätzung in jedem Fall und auf der Stelle das Maximalprogramm abrufen können.
Und wir erwarten als Ärzteschaft insbesondere von der Politik, dass sie ehrlich kommuniziert. Sie darf keine Erwartungen bei den Menschen wecken, die sich im Versorgungsalltag nicht erfüllen lassen.“

— Dr. Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe

Die vollständige Stellungnahme der Ärztekammer Westfalen-Lippe zur Notfallreform finden Sie hier:
Stellungnahme zur Notfallreform