SARS-CoV-2 und Berufshaftpflichtversicherung

Angesichts der Ausbreitung von SARS-CoV-2 haben zahlreiche Ärztinnen und Ärzte ihre Bereitschaft erklärt, z. B. als Vertreter in Arztpraxen oder unterstützend in der Beratung von Patienten zu arbeiten. 

Gegenwärtig ist juristisch noch nicht eindeutig geklärt, ob die Abnahme von Abstrichen von Covid-19-Verdachtsfällen eine vertragsärztliche ambulante Leistung oder eine Leistung der Gefahrenabwehr nach dem Infektionsschutzgesetz ist. Bei einer vertragsärztlichen Leistung liegt die Verantwortung für die erforderliche Berufshaftpflichtversicherung beim Vertragsarzt bzw. dessen Vertreter. Bei einer Leistung der Gefahrenabwehr träte an die Stelle der individuellen Haftpflichtversicherung eine sog. Staatshaftung. 

Erfreulicherweise hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe bereits rasch und eindeutig reagiert und zugesagt, trotz der derzeit ungeklärten Rechtslage die erforderlichen Abstriche zu organisieren. Ärztinnen und Ärzte, die diese Einsätze übernehmen, werden freiberuflich tätig und müssen haftpflichtversichert sein. Vor diesem Hintergrund hat u. a. die Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine (DÄV) Deckungszusagen für die bereits bei ihr versicherten Ärztinnen und Ärzte gemacht. Weitere Haftpflichtversicherungen, die Deckungszusagen bestätigt haben, finden Sie hier.


Die Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine bietet Ihnen als versicherten Arzt umfangreichen Versicherungsschutz:

  • Sofern Sie als niedergelassener Arzt, der mit seinem medizinischen Personal unter Quarantäne gestellt wurde, in ihrer Praxis einen Vertreter und anderweitiges medizinisches Personal einsetzen, besteht für diese Versicherungsschutz im Rahmen Ihres Vertrages.
     
  • Werden Sie als Arzt als Vertreter in einer dieser Praxen oder aber in einer Klinik/ Krankenhaus eingesetzt, besteht in der Regel Versicherungsschutz über den Betreiber (z.B. niedergelassener Arzt, Krankenhaus, Klinik). Sollte dieser nicht ausreichen, besteht Versicherungsschutz über jedweden Arzthaftpflichtvertrag bei der Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine.
     
  • Dies gilt ebenso für ärztliche unterstützende Maßnahmen außerhalb von Praxen, also beispielsweise bei medizinischen Beratungen (auch telefonisch oder per Video-Chat), Probenentnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2, sowie im Rahmen von kassenärztlichen /privatärztlichen Notfalldienste oder im Rahmen von nichtleitenden Notarzt-/ Rettungsdiensten.
     
  • Der Versicherungsschutz gilt sowohl für privatrechtliche Ansprüche als auch für öffentlich-rechtliche Ansprüche.
     
  • Sofern Sie als Medizinstudent zu unterstützenden Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 eingesetzt werden, gilt ebenfalls Versicherungsschutz im Rahmen Ihrer bei der Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine bestehenden Berufshaftpflichtversicherung.

Diese Regelung gilt auch ohne explizite Bestätigung für alle versicherten Ärzte. 

Ärztinnen und Ärzten ohne ärztliche Tätigkeit gibt eine "Restrisikoversicherung" der DÄV für rund 80 Euro Jahresbeitrag den erforderlichen Haftpflichtschutz. Bei Neuabschluss einer Versicherung gibt es keine Wartezeiten und keine Einschränkungen, die Absicherung gilt ab dem ersten Tag der Versicherung.

Weitere Informationen zu bestehendem Versicherungsschutz und den Möglichkeiten eines Versicherungs-Neuabschlusses gibt das

Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine
 Tel.: 0221 148-23087 
 E-Mail: service@aerzteversicherung.de



Ärztinnen und Ärzten, die über andere Versicherer berufshaftpflichtversichert sind, empfiehlt die Ärztekammer Westfalen-Lippe:

  • Wenn Sie in einer Abstrichstelle zum Einsatz kommen (sollten) und die sog. Staatshaftung nicht festgestellt ist, sprechen Sie mit Ihrem Haftpflichtversicherer, ob er hierfür eine Deckungszusage macht.
  • Verweisen Sie dabei ggf. auf die Zusagen der DÄV und HDI für deren Versicherte.