Windhorst begrüßt Tarifkompromiss für Ärzte in kommunalen Kliniken - Mehr, aber maßvoll: Mit Solidarität zum Erfolg

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe begrüßt das Ende des Arbeitskampfes an kommunalen Krankenhäusern: „Mit dem heutigen Tarifabschluss ist ein weiterer Schritt getan, dass der schönste Beruf der Welt endlich wieder attraktivere Rahmenbedingungen erhält“, kommentiert Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst die am Mittwoch erzielte Einigung zwischen Arbeitgebern und dem Marburger Bund als Vertretung der Krankenhausärzte. Die breite Solidarität von Ärztinnen und Ärzten auch außerhalb der kommunalen Kliniken, zu der auch die Ärztekammer aufgerufen hatte, habe den Streikenden im Arbeitskampf den Rücken gestärkt und so zum Erfolg des Streiks beigetragen.

Marburger Bund und kommunale Arbeitgeber hatten außergewöhnlich lange und hart verhandeln müssen, bis der Kompromiss erreicht war. Rückwirkend ab Mai erhalten die Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern nun für 20 Monate zwei Prozent mehr Gehalt und dazu eine Einmalzahlung von 400 Euro. „Dieses Mehr im Portemonnaie ist ein maßvoller Kompromiss.“ Außerdem werden Bereitschaftsdienste besser als bisher vergütet. „Das ist ein wichtiges Signal der Wertschätzung an die Ärztinnen und Ärzte, die sich in den Kliniken rund um die Uhr engagieren.“ Die besondere Belastung durch nächtliche Bereitschaftsdienste soll durch Zusatzurlaub ausgeglichen werden, „ein Beitrag zum Arbeitsschutz für die Kolleginnen und Kollegen“. Wichtig sei zudem, dass der Marburger Bund als Ärzteverband seine Rolle als eigenständiger Tarifpartner stärken konnte, betont Dr. Windhorst.

Nachdem weitere Streikaktionen abgesagt wurden, rechnet der Ärztekammer-Präsident damit, dass die während der letzten Wochen betroffenen Kliniken nun rasch zum gewohnten Arbeitsalltag übergehen können. „Die Einigung im Tarifstreit kommt so vor allem den Patienten zugute, die sich in gewohnter Weise auf die Leistungen ihrer Klinik verlassen können.“ Bevor der Tarifkompromiss umgesetzt wird, müssen noch die Tarifgremien von Ärztegewerkschaft und Arbeitgebern zustimmen.