Vortragsreihe „Musik und Medizin“ feierte Premiere - Gelungene Ouvertüre

Symphonien statt Schmerztabletten, Sonaten zur Stärkung des Immunsystems: Richtig eingesetzt, kann die gezielte Anwendung von Musik medizinische Therapien unterstützen und präventiv Krankheiten vorbeugen. Wie das Medikament Musik funktioniert, wurde am Donnerstagabend bei der Veranstaltung „TonArzt“ in der Ärztekammer Westfalen-Lippe erläutert.

Die Initiatoren des Projektes Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, und Pianist Jürgen Bleibel begrüßten und begeisterten über 300 Zuhörer für ihr gemeinsames Projekt. „Wir möchten das medizinische Potenzial der Musik stärker in das Bewusstsein von Ärzten und Patienten rücken“, erklärte Dr. Theodor Windhorst das Ziel des Projektes TonArzt. Jürgen Bleibel, begehrter Jazzpianist und Mitinitiator, betonte die Wirksamkeit von Tönen und Klängen für das Befinden des Menschen: „Musik aktiviert das Glücks- und Lernzentrum des menschlichen Körpers.“

Dass diese Erkenntnis vor allem in der Schmerztherapie erfolgreich umgesetzt wird, erläuterte Prof. Ralph Spintge. Er stellte verschiedene Studien vor, deren Ergebnisse eindeutig belegen: Patienten geht es mit Musik häufig schneller besser. Der Schmerztherapeut des Sportkrankenhauses Hellersen und Professor der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg betonte dabei, dass das Alter der Patienten bei der Musiktherapie keine Rolle spiele. Selbst Frühchen profitierten bereits von der Musik als Medizin.

Die Wirkung der Musik auf das menschliche Gehirn beschrieb Prof. Erwin-Josef Speckmann. Um den menschlichen Körper ins Gleichgewicht zu bringen, müsse vor allem das Gehirn im Gleichgewicht gehalten werden. „ Ein geeignetes Instrument dazu ist die Musik – egal ob man ihr zuhört oder sie selber macht“, so Speckmann.

Zwischen den Vorträgen musizierten das Jürgen Bleibel  Trio und Mark Coles, bekanntes Ensemblemitglied der Städtischen Bühnen Münster. In der anschließenden Podiumsdiskussion beantworteten die Experten die Fragen der Zuhörer. „Der Erfolg des heutigen Abends bestärkt uns in dem Vorhaben, dieses Projekt weiterzuentwickeln“, zeigten sich Dr. Theodor Windhorst und Jürgen Bleibel mehr als zufrieden mit der Veranstaltung.