Vertrauensvorschuss für Rösler - Windhorst sieht erste Verdienste in der noch jungen Amtszeit des Gesundheitsministers

„Wenn jemand auf dem richtigen Weg ist, sollte man ihm kein Bein stellen.“ So reagiert der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, auf die aufkommende Kritik an Bundesgesundheitsminister Rösler. Nach seinen Worten hat der FDP-Politiker „schon manches Thema richtig angepackt“. Es dürfe keine allzu schnelle Vorverurteilung von Rösler geben. Einem Neuling im Amt des Bundesgesundheitsministers müsse ein gewisser Vertrauensvorschuss aus der Ärzteschaft entgegengebracht werden.

Windhorst: „Rösler hat sich in seiner noch jungen Amtszeit bereits erste Verdienste erworben.“

Es ist nach den Worten des westfälisch-lippischen Kammerpräsidenten richtig gewesen, dass Rösler eine Debatte über das Medizinstudium begonnen, sich dabei aber deutlich gegen einen Bachelor-/Master-Studiengang Medizin ausgesprochen habe. „Das führt zu einem Doktor Light, den wir nicht wollen.“ Hingegen seien die Überlegungen Röslers, den Numerus Clausus als Zugangskriterium zum Medizinstudium abzuschaffen, begrüßenswert. Dies sei ein wirksames Vorgehen gegen den drohenden Ärztemangel.

Es sei zudem richtig und mutig von Rösler gewesen, die Auseinandersetzung mit der Pharmaindustrie zu suchen, um die Ausgaben für Medikamente einzudämmen. „Preisbindung und Rabatte helfen, Gelder einzusparen. Der dauernde Kostenanstieg bei den Arzneimitteln muss endlich gestoppt werden.“

Dass sich der Bundesgesundheitsminister auch einem Randthema der medizinischen Versorgung widmet, sei lobenswert, so Windhorst. Bei der Behandlung von äußerst seltenen Erkrankungen müsse die Vergütung steigen. „Man kann einen schweren Schicksalsschlag durch eine seltene Krankheit nun mal nicht mit Standard-Medizin behandeln.“ Hier für Änderungen einzutreten, sei richtig, wichtig und sozial.