Unlauterer Eingriff der Verbraucherzentrale in ärztliche Versorgungsbereiche - Windhorst: Berichterstattung stellt Ärzte an den Pranger und schadet dem vertrauensvollen Arzt-Patienten-Verhältnis

Die Ärztekammer Westalen-Lippe kritisiert die Abmahnung von Ärzten durch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Ärzte auf die Einhaltung ihrer Pflichten hinzuweisen ist nicht Aufgabe der Verbraucherzentrale. Die Aufsicht über die ärztliche Berufsausübung ist immer noch ureigene Aufgabe der Ärztekammer“, urteilt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst. Die Verbraucherzentrale wirft den Medizinern unlautere Geschäftemacherei vor. „so wird Misstrauenskultur gefördert“, warnt Windhorst.

Die Ärztekammer Westalen-Lippe kritisiert die Abmahnung von Ärzten durch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Ärzte auf die Einhaltung ihrer Pflichten hinzuweisen ist nicht Aufgabe der Verbraucherzentrale. Die Aufsicht über die ärztliche Berufsausübung ist immer noch ureigene Aufgabe der Ärztekammer“, urteilt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst. Die Verbraucherzentrale wirft den Medizinern unlautere Geschäftemacherei vor. „so wird Misstrauenskultur gefördert“, warnt Windhorst. Durch die Abmahnung der Institution würde das Vertrauen zwischen Arzt und Patient gestört und Zweifel geschürt. 

Die Verbraucherzentrale NRW kritisiert in dieser Woche, dass den Patientinnen teure Zusatzleistungen aufgedrängt würden. 

Bei Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) handle es sich um Leistungen, die aus dem Leistungsumfang der GKV ausgeschlossen sind, die sich aber individuell als sinnvolle Diagnostik und Therapie anbieten können. „Ärztinnen und Ärzte sind von ihrem Selbstverständnis her Heiler und Helfer und keine Händler und Kaufleute“, so Windhorst. IGeL müssten seriös und berufsrechtskonform angeboten werden. Mit der Übernahme der Behandlung sei die Verpflichtung verbunden, den Patienten mit geeigneten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden gewissenhaft zu versorgen. Dazu Windhorst: „Die ausführliche Aufklärung durch den Arzt bringt den Patienten mehr Sicherheit und Transparenz.“ 

Windhorst abschließend: Gerade gestern hat der laufende 115. Deutsche Ärztetag in Nürnberg den IGeL-Ratgeber der Bundesärztekammer und Kassenärztlichen Bundesvereinigung „Selbst zahlen?“ überarbeitet und neu zusammengestellt. Er beinhaltet eine Checkliste für Ärzte und Patienten und hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Münster, 24. Mai 2012        19/12_ssp