Therapiefreiheit und Transparenz müssen gewahrt bleiben - Windhorst begrüßt geplante Positivliste

Die von der Bundesregierung geplante Einführung einer Positivliste für verschreibungsfähige Arzneimittel wird von dem Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, begrüßt. Demnach soll im GKV-Versorgungsstrukturgesetz eine solche Liste modellhaft eingeführt und erprobt werden. Die Ärzteschaft hat sich nach Angaben von Windhorst bereits 2008 auf dem Deutschen Ärztetag in Ulm für eine Positivliste ausgesprochen.

Eine Positivliste für Arzneimittel mache Sinn, um ein wirtschaftliches Verschreibungsverhalten zu fördern. „Sie darf aber auf keinen Fall die Therapiefreiheit des Arztes einschränken“, warnt Windhorst. „Außerdem muss bei der Verschreibung von Medikamenten die Transparenz für die Patienten immer gewährleistet sein.“ Vor dem Hintergrund steigender Arzneimittelkosten stelle sich die Frage, wie diese zukünftig finanziert werden könnten. Was das Parlament der Ärzteschaft vor drei Jahren gefordert habe, sei auch heute Mehrheitsmeinung. 69 Prozent der Ärzte würden es begrüßen, wenn die Auswahl von Arzneimitteln künftig anhand einer Positivliste erfolgen würde.

Der Ulmer Beschluss zur Positivliste lautet: „Die deutsche Ärzteschaft fordert den Gesetzgeber auf, die Rechtsgrundlagen für die Erstellung einer Positivliste wiederherzustellen und dafür Sorge zu tragen, dass die Erstellung dieser Positivliste unter Einbeziehung der Bewertung durch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft stattfindet.“ Für die nachhaltige Versorgung mit Arzneimitteln müssten leitlinien-gestützte Therapieformen zusammen mit einer am jeweiligen aktuellen Wissensstand orientierten Liste verordnungsfähiger Arzneimittel implementiert werden, heißt es im Ulmer Papier.