Tag der Organspende - Windhorst: „Ein Spendeausweis ist ein Zeichen gelebter Solidarität mit todkranken Menschen“

Zum bevorstehenden „Tag der Organspende“ (7. Juni) ruft die Ärztekammer Westfalen-Lippe Bürgerinnen und Bürger auf, sich aktiv mit der Frage einer möglichen Organspende auseinanderzusetzen und ihre Entscheidung mit dem Organspendeausweis zu dokumentieren. „11.000 Patienten warten in Deutschland verzweifelt auf ein neues Organ“, macht Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst deutlich. „Sie sind auf die klare Antwort jedes Einzelnen angewiesen.“ Der Tag der Organspende erinnere daran, dass jeder Tag im Jahr ein Tag der Entscheidung für einen lebensrettenden Akt der Nächstenliebe sein könne: „Einen ausgefüllten Spendeausweis bei sich zu tragen, ist ein Zeichen gelebter Solidarität mit todkranken Menschen.“

Die weiterhin rapide sinkende Zahl von Organspende mache Patienten und Ärzten größte Sorge, erläutert Windhorst. So habe sich im ersten Quartal dieses Jahres die Zahl der Organspender in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2012 von 79 auf 44 fast halbiert. „Die Gesellschaft trägt Verantwortung gegenüber den Patienten auf der Warteliste. Deren Chancen werden aber durch die ausbleibenden Spenden noch schlechter.“

Die Aufarbeitung der Regelverstöße an einigen Transplantationskliniken sei nach wie vor in vollem Gange. Zwischenergebnisse der Untersuchungen zu skandalisieren sei jedoch der falsche Weg: „Das System der Organspende und Transplantationsmedizin braucht derzeit vor allem Ruhe, damit verlorengegangenes Vertrauen der Menschen zurückgewonnen werden kann“, fordert Windhorst. Das erfordere zum einen transparentes Arbeiten der Verantwortlichen, zum anderen ein breites Informationsangebot. „Nur Wissen schafft Vertrauen. Und Wissen um die Organspende muss auch Grundlage für die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen sein.“ Die Ärztekammer Westfalen-Lippe informiere deshalb Bürgerinnen und Bürger z. B. in Vorträgen oder über ihre gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung getragene Patientenberatung. Zudem unterstütze die Kammer nicht nur die Arbeit der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken, sondern durch spezielle, aktuell weiterentwickelte Fortbildungsangebote auch die weitere Qualifikation der Ärztinnen und Ärzte in Sachen Organspende und im Bereich der Hirntoddiagnostik.