Starker Rückgang auch in NRW - Windhorst: Entwicklung der Organspende-Zahlen ist „erwartungsgemäß erschreckend“

Die von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) vorgelegten Jahreszahlen für 2013 zur Organspende sind „erwartungsgemäß erschreckend“. Dies erklärt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst. Nach Angabe der DSO hat sich nach dem starken Rückgang der Organspenden 2012 diese dramatische Entwicklung 2013 noch weiter verschärft. Die Zahl der Organspender ist bundesweit um 16,3 Prozent von 1.046 Spendern in 2012 auf lediglich 876 im vergangnen Jahr gesunken. Dies entspricht laut DSO einem Durchschnitt von 10,9 Spendern pro eine Million Einwohner, in 2012 waren es noch 12,8 Spender.

Windhorst verweist auf die Zahlen aus Nordrhein-Westfalen, die diesen „traurigen Trend“ bestätigen: In NRW ist die Zahl der Organspenden von 231 auf 194 gesunken. „Die Skandale der Vergangenheit haben das Vertrauen tief erschüttert. Das zeigt diese Negativentwicklung ganz eindeutig. Nur durch Transparenz, Ehrlichkeit und Qualitätssicherung als vertrauensbildende Maßnahmen können wir die derzeit rückläufigen Zahlen der Organspenden wieder erhöhen. Das wird ein weiter und schwerer Weg werden.“ Aber man dürfe sich, so der Kammerpräsident, der sich auch als Vorstandsmitglied der DSO seit Jahren für eine Steigerung der Organspendebereitschaft einsetzt, nicht von der Schwere der Aufgabe abhalten lassen. „Schließlich ist die Organspende ein bedeutender und wichtiger humaner Akt der Nächstenliebe.“

Windhorst hofft, dass die gründliche und umfängliche Aufklärungsarbeit der Skandale bald eine Trendumkehr bewirken könne. „Wir haben durch die Prüf- und Überwachungskommission das System von den schwarzen Schafen gesäubert, es gibt keinen Grund mehr für Misstrauen.“ Der Kammerpräsident setzt sich weiterhin intensiv für die Solidarität mit den 12.000 kranken Menschen auf der Warteliste ein. „Diese Leidenden können wir nicht alleine lassen.“ Es dürfe auch nicht sein, dass Deutschland weiterhin ein „Organimportland hoch drei“ bleibe. Es gebe eine verzweifelte Nachfrage nach Organen. „Wir müssen den Mangel abbauen, um zukünftig Vermittlungsskandale und Manipulationen zu verhindern.“ Schließlich sei eine grundsätzliche Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung vorhanden.

Die Ärztekammer sieht laut Windhorst ihre Aufgabe in diesem Zusammenhang auch darin, verunsicherten Ärztinnen und Ärzten beratend und unterstützend zur Seite zu stehen. Gerade der medizinische Sachverstand werde bei dem Thema der Organspende dringend gebraucht, um das System aufrecht zu erhalten und die Menschen aufzuklären. Potentielle Organspender dürften nicht von einer Angst abgehalten werden, dass das Ausfüllen eines Organspendeausweises zu einer „verminderten Versorgung im Fall der Fälle“ komme. Die Ärztekammer gebe den Versicherten ein Bekenntnis zur qualitativ hochstehenden Versorgung.