Rad-Unfälle ziehen oft schwerste Verletzungen nach sich - Ärztekammer tritt für Helmpflicht beim Fahrradfahren ein

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe spricht sich für eine Helmpflicht für Fahrradfahrer aus. „Aus medizinischer Sicht ist es absolut sinnvoll, sich bei Fahrradunfällen mit einem Helm zu schützen“, erklärt Ärztekammer-Präsident Dr. Theodor Windhorst. „Doch dieser Sicherheitsvorteil muss offenbar erst durch eine gesetzliche Pflicht ins Bewusstsein der Bürger gerufen werden – so wie vor 40 Jahren mit der Gurtpflicht für Autofahrer.“

Am Dienstag hatte der Bundesgerichtshof unter anderem festgestellt, dass nach dem „allgemeinen Verkehrsbewusstsein“ das Tragen eines Fahrradhelms nicht erforderlich sei, um sich als Fahrradfahrer zu schützen. „Dann ist es höchste Zeit, dass sich dieses Bewusstsein ändert“, fordert der Präsident der Ärztekammer, die ihren Sitz in Deutschlands „Fahrradhauptstadt“ Münster hat. Doch nicht nur in den Kliniken der Stadt, in der der Radverkehr über ein Drittel gesamten Stadtverkehrs ausmacht, werde immer wieder deutlich: Kopfverletzungen nach Fahrradunfällen ziehen oft schwerste Verletzungsmuster und bleibende Schädigungen nach sich. Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen tragen erst 15 Prozent der Fahrradfahrer einen Helm. Viel zu wenige, meint Dr. Windhorst: „Optik oder vermeintliche Unbequemlichkeiten können nicht ernsthaft Hinderungsgründe sein, sich einem so einfachen Schutz vor Verletzungen zu verweigern.“