Rabattverträge regionaler Kassen beeinträchtigen Qualität und Quantität der Grippe-Impfstoffe - Windhorst: Impfung bleibt wichtige Präventionsmaßnahme – Aber: „Arzt und Patient müssen auf erprobte Impfstoffe zurückgreifen“

Die Arzneimittel-Industrie hat nach Ansicht des Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, die Pflicht, genügend und vor allem qualitativ hochwertige Impfstoffe für den Grippeschutz der Bevölkerung bereitzustellen. „Es darf keine künstliche Verknappung durch einzelne Firmen zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger aufgrund einschränkender Rabattverträge geben“, fordert Windhorst. „Die Qualität und Lieferbarkeit muss gewährleistet sein. Arzt und Patient müssen auf erprobte Impfstoffe zurückgreifen.“ Wie der Kammerpräsident mitteilt, sind die jetzt zurückgerufenen Chargen der Impfstoffe Begripal und Fluad verunreinigt. Es bestehe bei Verabreichung ein höheres allergisches Risiko und es könne zu unverträglichkeitsreaktionen kommen.

Die Arzneimittel-Industrie hat nach Ansicht des Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, die Pflicht,  genügend und vor allem qualitativ hochwertige Impfstoffe für den Grippeschutz der Bevölkerung bereitzustellen. „Es darf keine künstliche Verknappung durch einzelne Firmen zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger aufgrund einschränkender Rabattverträge geben“, fordert Windhorst. „Die Qualität und Lieferbarkeit muss gewährleistet sein. Arzt und Patient müssen auf erprobte Impfstoffe zurückgreifen.“ Wie der Kammerpräsident mitteilt, sind die jetzt zurückgerufenen Chargen der Impfstoffe Begripal und Fluad verunreinigt. Es bestehe bei Verabreichung ein höheres allergisches Risiko und es könne zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen.

In diesem Zusammenhang kritisiert Windhorst auch das Modell der Rabattverträge. Bevor Impfstoffe auf den Markt kämen, würden zwischen Kassen und Arzneimittelherstellern vorab Rabattverträge abgeschlossen. „Da geht billig vor gut. Die Abschaffung dieser Verträge, die Qualität und Quantität beeinträchtigen, ist überfällig.“ Die Kassen bestimmten die Marke und ließen Arzt und Patient damit keine freie Wahl mehr. Sie müssten dann gegebenenfalls einen Impfstoff verwenden, dessen Qualität nicht abgeklärt sei. Außerdem entstünden durch die Verträge regional Abhängigkeiten von den Herstellern.

Der Rückruf der Impfstoffe sei geeignet, dass Vertrauen der Menschen in den Grippeschutz erheblich zu schwächen. Es könne aktuell auch zu erheblichen Engpässen bei der Grippeschutzimpfung kommen, warnt Windhorst. „Die Rückruf-Aktion und das Missmanagement forcieren die Verknappung.“ Die Bevölkerung dürfe sich aber dadurch nicht von der wichtigen Grippeschutzimpfung abhalten lassen, sagt Windhorst. Er empfiehlt, „noch ein bisschen abzuwarten, bis gute Impfstoffe wieder ausreichend auf dem Markt sind“ oder auf erprobte Alternativ-Produkte anderer Hersteller auszuweichen.

Aktuell hat das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) des Bundes die Freigabe von zwei Grippe-Impfstoffen als Vorsichtsmaßnahme zurückgerufen. Deshalb wurde die Auslieferung der Impfstoffe des Schweizer Pharmakonzerns Novartis in mehreren Ländern wegen des Verdachts auf Verunreinigungen gestoppt. Diese Maßnahme dient laut PEI dem Schutz der Patienten vor möglichen Nebenwirkungen, die nach der Verabreichung von Impfstoffen, die Ausflockungen zeigen, innerhalb einiger Stunden auftreten könnten. Solche Ausflockungen seien in Deutschland bisher nicht beobachtet worden, zurückgerufen würden aber jene Chargen, bei deren Produktionsvorstufen solche Ausflockungen aufgefallen seien.

Windhorst abschließend: „ Trotz allem darf die Grippe-Impfung unter ärztlicher Beratung aber nicht vergessen werden.“

Münster, 26. Oktober 2012     37/12_hei