Positiver Trend bei Organspende setzt sich in NRW fort - Windhorst: Wir dürfen den Tod auf der Warteliste nie akzeptieren

Der positive Trend bei der Entwicklung der Organspende setzt sich in Nordrhein-Westfalen (NRW) fort. Als einzige Region verzeichnete NRW im vergangenen Jahr eine Steigerung der Organspendezahlen von acht Prozent, bundesweit gingen die Spenderzahlen hingegen zurück. Auch zu Beginn dieses Jahres stiegen die Organspenden in NRW – von 39 im Januar und Februar 2008 auf nun 50 im gleichen Zeitraum 2009. Das führt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, auf die gute Zusammenarbeit zwischen Ärztekammer, dem Landesgesundheitsministerium und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zurück. „Durch unsere konzertierten Aktionen haben wir viel erreichen können. Diese positive Entwicklung in unserem Land ist gleichzeitig der Auftrag, diesen erfreulichen Trend auch zukünftig zu forcieren.“

Windhorst setzt dabei auf eine intensive Informationspolitik beim Thema Organspende. „Es gilt, die Menschen aufzuklären und ihnen vorhandene Ängste bei dieser emotionalen Frage zu nehmen.“ Jedem Menschen, der sich zur Organspende bereit erklärt oder seine Bereitschaft durch einen Organspendeausweis dokumentiert habe, gebühre großer Dank.

Der Kammerpräsident warnt davor, sich nun zurückzulehnen. „Es sterben weiterhin jeden Tag drei Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Pro Jahr sind das 1000 traurige Schicksale. Den Tod auf der Warteliste dürfen wir nie akzeptieren.“

Auf der Warteliste für Organspenden stehen etwa 12.000 Menschen, die auf ein neues und lebensrettendes Organ hoffen, aber nur etwa 4000 werden jährlich gespendet. Die Zahl der Organspenden sank laut DSO 2008 im Vergleich zum Vorjahr von 4.140 auf 3.945 Organe. Die Wartezeit auf ein gespendetes Organ hat sich nach Angabe von Dr. Windhorst  von drei auf fünf Jahre verlängert.