Pilotprojekt für eine optimale Versorgung rund um die Uhr - Ärzte und Apotheker verständigen sich auf Notfall-Liste für sterbenskranke Patienten

(Münster, 12. September 2012) Apotheker und Ärzte wollen die ambulante Versorgung sterbenskranker Patienten in Westfalen-Lippe weiter verbessern: Die Apothekerkammer und die Ärztekammer Westfalen-Lippe haben jetzt in Abstimmung mit den Palliativverbänden eine Notfall-Liste von Medikamenten erarbeitet, die es Palliativärzten und Hausärzten ermöglicht, ihre Patienten in kritischen Situationen gut zu versorgen.

(Münster, 12. September 2012) Apotheker und Ärzte wollen die ambulante Versorgung sterbenskranker Patienten in Westfalen-Lippe weiter verbessern: Die Apothekerkammer und die Ärztekammer Westfalen-Lippe haben jetzt in Abstimmung mit den Palliativverbänden eine Notfall-Liste von Medikamenten erarbeitet, die es Palliativärzten und Hausärzten ermöglicht, ihre Patienten in kritischen Situationen gut zu versorgen.

Diese Arzneimittel sollen in allen 2.165 Apotheken rund um die Uhr verfüg-bar sein. „Wir wissen von den in der Palliativversorgung engagierten Ärzten, dass es insbesondere in akuten Krisensituationen außerhalb der regulären Öffnungszeiten wichtig ist, schnell an Arzneimittel zu gelangen, die zum Beispiel angstlösend oder schmerzlindernd wirken – wie beispielsweise Midazolam oder Morphine“, erläutert Dr. Klaus Reinhardt, Vizepräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Daher gab es in einzelnen Städten und Kreisen bereits Modellvorhaben, in denen Palliativmediziner mit Apothekern kooperieren, um eine schnelle Versorgung auch im Nacht- und Notdienst sicherzustellen. „Dabei geht es auch um Arzneimittel, die selten oder nie in der Apotheke verlangt werden, die im Falle eines Falles aber schnell für den Palliativpatienten verfügbar sein müssen“, erläutert Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.

Die Erfahrungen aus Städten wie Dortmund und Hamm, in denen eine op-timale Nachtversorgung bereits sichergestellt wird, sind in das Projekt für den gesamten Landesteil eingeflossen: „Für uns ist es wichtig, dass wir die von den Palliativärzten geschilderten Schwierigkeiten im Dialog der Heilberufe gelöst haben und jetzt eine verbindliche Notfall-Liste präsentieren können“, so Overwiening und Dr. Reinhardt. „Das ist zweifellos besser, als eine – womöglich gar nicht praxisgerechte Lösung – aufgedrückt zu bekommen und zugleich auch ein Projekt, das Vorbildcharakter für das ganze Bundesgebiet haben kann.“ Denn eine schnelle und gute Versorgung sterbenskranker Patienten sei nicht nur in Münster oder Bielefeld, sondern auch in München und Berlin unerlässlich.

Die Projektpartner: Neben der Apothekerkammer und der Ärztekammer Westfalen-Lippe sind der Berufsverband der Palliativmediziner in Westfalen-Lippe e. V., die Landesvertretung NRW der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und alle 30 in Westfalen-Lippe bestehenden Palliativmedizinischen Konsiliardienste (PK) an dem Pilotprojekt beteiligt.