Palliativmedizinische Betreuung durch den Hausarzt - Reinhardt: Durchbruch für eine professionelle und würdevolle Begleitung von Sterbenden

Für eine professionelle und würdevolle Palliativmedizin durch den Hausarzt spricht sich die Ärztekammer Westfalen-Lippe aus. Der Vizepräsident der Kammer, Dr. Klaus Reinhardt, begrüßt die neu geregelte palliativmedizinische Versorgung in Westfalen-Lippe als „außerordentliche Vereinbarung, die eine einheitliche und flächendeckende Versorgung von sterbenskranken Menschen gewährleistet“: Die Gesetzlichen Krankenkassen und die palliativmedizinischen Ärztenetze in Westfalen-Lippe haben sich für 2009 auf einen Vertrag zur qualifizierten häuslichen Versorgung Sterbender verständigt.

„Todkranke Patienten dürfen im Sterben nicht alleine gelassen werden. Die medizinische Betreuung geschieht im Idealfall durch den Hausarzt, der den Patienten und auch dessen familiäres Umfeld kennt. In Westfalen-Lippe haben wir hierfür mit dem neuen Vertrag einen echten Durchbruch geschafft. Damit ist ein langjähriges Anliegen der Ärztekammer Westfalen-Lippe umgesetzt“, so Reinhardt.

Die zwischen den Gesetzlichen Krankenkassen in Westfalen-Lippe, den regionalen palliativmedizinischen Netzen und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe vereinbarte Struktur sieht vor, dass die Sterbenden von ihrem Hausarzt betreut werden. Die dafür notwendigen Hausbesuche werden besonders gefördert. Unterstützung erhält der Hausarzt durch die Vernetzung der palliativmedizinischen Versorgung in seiner Region. So kann er auf Wunsch Rat und Hilfe durch besonders qualifizierte Palliativärzte erhalten.

Für Reinhardt hat das Sterben in Würde und ohne Schmerzen oberste Priorität. Eine gut ausgebaute Palliativmedizin könne auch ein würdiges Sterben zuhause ermöglichen. Hier sei die Kooperation von Hausärzten, Palliativmedizinern und auch Palliativpflegekräften notwendig. „In Westfalen-Lippe haben wir durch die neuen Strukturen eine beispielhafte subsidiäre und vernetzte Versorgung von Sterbenden durch Hausärzte und Palliativmediziner erreichen können.“