Organspende: Weiter Aufwärtstrend in NRW - Windhorst: Wer sein Sterben regelt, muss auch eine Entscheidung zur Organspende treffen

Die vom Deutschen Bundestag beschlossene Form der Patientenverfügung soll nach Ansicht des Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, auch eine Entscheidung zur Organspende enthalten. „Menschen, die ihr Sterben in solch einer Verfügung regeln, sollten sich auch Gedanken darüber machen, ob sie Organe spenden möchte oder nicht. Wenn man überlegt, in welchen Situationen das eigene Leben im Falle einer schweren Krankheit nicht mehr künstlich verlängert werden darf, sollte man auch darüber nachdenken, dass nach dem eigenen Tod mittels Organspende andere Leben gerettet werden können.“

Bei dem Thema Organspende müsse unbedingt der Wille des Patienten berücksichtigt werden, sofern er geäußert wurde. Das Selbstbestimmungsrecht des Patienten dürfe in keiner Weise beeinträchtigt werden. Deshalb „muss es wenigstens eine Informationslösung als Dokumentation des Patientenwillens geben“, so Windhorst: „Eine zeitnahe schriftliche Willensäußerung ist wünschenswert.“ Der Ärztekammerpräsident begrüßt in diesem Zusammenhang, dass der im Bundestag mehrheitlich befürwortete Gesetzentwurf zur Patientenverfügung dem schriftlich verfügten Patientenwillen oberste Priorität einräumt. Dennoch zweifelt er daran, ob solche eine Verfügung alle medizinischen Eventualitäten umfassen kann. „Vieles bleibt beliebig“, kritisiert Windhorst.

Beim Thema Organspende fordert Windhorst eine stetige gesellschaftliche Diskussion. Die Menschen müssten sich mit den Fragen des Sterbens und der Organspende intensiv auseinandersetzen. „Wir müssen die Menschen für dieses wichtige Thema sensibilisieren und Ängste abbauen. Das geht nur durch ausführliche Information und Auseinandersetzung mit dem Thema.“ 

Erfreulich sei, dass sich bei den Organspendezahlen der Aufwärtstrend in Nordrhein-Westfalen fortsetze. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden in NRW bereits 117 Organspenden gezählt, im gleichen Zeitraum 2008 waren es lediglich 102. Auf der Warteliste für Organspenden stehen etwa 12.000 Menschen, die auf ein neues und lebensrettendes Organ hoffen. „Es sterben immer noch jeden Tag drei Menschen auf dieser Liste“, so Windhorst.