Medizinstudienanwärter hoffen! - Nachwuchs wird dringend benötigt - Windhorst: "In der Region ist für die Region"

Die Ankündigung des nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministers Pinkwart, mehr Studienplätze für Medizin in NRW zu schaffen, ist nach Ansicht der Ärztekammer West-falen-Lippe eine gute Entscheidung. Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst setzt sich dafür ein, dass die geplanten mindestens 100 zusätzlichen Medizin-Studienplätze in Ostwestfalen angesiedelt werden. Bundesweit stehen 36.000 Studienanwärter in Wartestellung und hoffen auf einen der 9.000 durch die ZVS zu vergebenden Studienplätze. Windhorst weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass derzeit intensive Gespräche zur Etablierung einer medizinischen Fakultät in Bielefeld geführt werden.

„Diese 100 Studienplätze könnten wir in Bielefeld integrieren. Insgesamt streben wir ja 200 medizinische Studienplätze dort an.“ Diese Bündelung der studentischen Kapazitäten in Bielefeld ist nach Ansicht des Kammerpräsidenten dringend notwendig, um den drohenden Nachwuchsmangel in der Region Ostwestfalen zu lindern. Denn Studenten ließen sich meist im Umkreis von 100 Kilometern rund um ihren Studienort nieder, wie Studien belegen. „Eine Verteilung dieser 100 zusätzlichen Studienplätze nach dem Gießkannenprinzip quer über das Land macht keinen Sinn.“ Nicht nur die Zahl der zusätzlichen Studienplätze sei wichtig, sondern auch der Standort. Nach dem Motto „In der Region ist für die Region“ müssten hauptsächlich die ländlich strukturierten Gebiete in Nordrhein-Westfalen davon profitieren. „Eine Zentralisierung der medizinischen Versorgung im großstädtischen Raum lässt die Regionen rundum ausbluten. Dies müssen wir im Sinne einer flächendeckenden Patientenversorgung verhindern“, fordert Windhorst.

Die Einrichtung einer medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld würde bei den geplanten 200 Studienplätzen etwa 140 Millionen Euro kosten. „Es ist zu begrüßen, wenn die Landesregierung darüber nachdenkt, einen ausreichenden Geldfluss in die Regionen zu lenken, um da dem Ärztemangel effektiv entgegenzuwirken.“