Kliniken in NRW: Leistungsstark trotz politischen Handicaps - Windhorst: „Prunkstück des Gesundheitswesens“

Die flächendeckende und wohnortnahe medizinische Versorgung durch die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen ist für den Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, ein „Prunkstück des Gesundheitswesens“. Die Leistungsbilanz der NRW-Kliniken könne sich „trotz der politisch in Kauf genommenen Rückschläge und Handicaps für die Krankenhäuser“ sehen lassen.

Nach aktuellen Informationen des statistischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen (IT.NRW)  wurden im vergangenen Jahr rund 4,1 Millionen Patientinnen und Patienten vollstationär behandelt, 2,1 Prozent mehr als 2007. Die Patienten blieben im Schnitt 8,3 Tage im Krankenhaus, im Jahr 2000 betrug die durchschnittliche Verweildauer der Patienten noch 10,4 Tage.
 
Windhorst: „Die über 31.000 Ärztinnen und Ärzte in den Kliniken in NRW machen gemeinsam mit dem nichtärztlichen Personal einen sehr guten Job. Und das trotz der teilweise miserablen Rahmenbedingungen.“ Die Arbeitsbedingungen in den Häusern seien gekennzeichnet von unbezahlten Überstunden, Ärztemangel durch nichtbesetzte Stellen, übermäßiger Bürokratie sowie einem erheblichen Finanzmangel. „Massive Arbeitsbelastungen und Leistungsverdichtungen sind auf den Stationen an der Tagesordnung. Und die Situation wird für die Klinikärzte immer schlechter“, kritisiert der Kammerpräsident.

Die Missstände an den Krankenhäusern dürfen nach Ansicht von Dr. Windhorst nicht länger ignoriert werden. Er sieht hier insbesondere die Geschäftsführungen der Häuser in einer sozialen Verantwortung. „Derzeit wird ein ungehöriges Schindluder mit den Mitarbeitern in den Krankenhäusern getrieben.“ Unter den schlechten Arbeitsbedingungen, die den Nachwuchs abschrecken und so den Ärztemangel fördern, leide die medizinische Qualität. Auch auf die ambulante haus- und fachärztliche Versorgung habe dies negative Auswirkungen. Schließlich müsse jeder Arzt vor seiner Niederlassung auch in einem Krankenhaus tätig sein. „Wer hier schlechte Erfahrungen sammelt, ist später vielleicht für den Arztberuf verloren.“

Windhorst fordert soziale und arbeitnehmerfreundliche Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern sowie faire Tarifregelungen. „Auch in der klinischen Arbeitswelt muss es gerecht zugehen.“