Kammerversammlung fordert Erhalt und Förderung bewährter Strukturen auf Bundesebene - Akademien sind Leuchttürme für Zusammenarbeit und fachliche Weiterentwicklung in der Ärzteschaft

Die Deutsche Akademie der Gebietsärzte und die Deutsche Akademie für Allgemeinmedizin sollen mit ihren Statuten erhalten bleiben und nicht in eine neue Gremienstruktur der Bundesärztekammer überführt werden: Das fordert die Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe. In ihrer jüngsten Sitzung sprachen sich die Delegierten der viertgrößten deutschen Ärztekammer dafür aus, beide Institutionen in ihrer bisherigen Form zu erhalten und zu fördern. „Die beiden Akademien sind Leuchttürme. Sie erfüllen eine wichtige Funktion für den Zusammenhalt der Ärzteschaft und die Zusammenarbeit der jeweiligen Arztgruppen mit den Gremien der Bundesärztekammer“, erläutert Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Windhorst fordert, die jahrzehntelang bewährten Strukturen nicht leichtfertig aufzugeben. Im Gegenteil: Die Akademien müssten ihre Aktivitäten noch intensivieren, denn sie dienten unter dem Dach der Bundesärztekammer der Verbesserung der ärztlichen Arbeit und Optimierung der Patientenversorgung.

Die Deutsche Akademie der Gebietsärzte und die Deutsche Akademie für Allgemeinmedizin sind ständige Ausschüsse, die mit der Bearbeitung und Förderung von Berufsfragen der jeweiligen Arztgruppen befasst sind. Für beide Institutionen wird derzeit erwogen, sie in eine neue Gremienstruktur der Bundesärztekammer zu überführen; einen Anfang soll im Januar eine Veranstaltung „Akademien der Bundesärztekammer im Dialog“ machen. „Dialog ist jedoch nur eine Seite des Arbeitsauftrages“, stellt Kammerpräsident Windhorst klar. „Darüber hinaus müssen sich die ärztlichen Fachgebiete selbstbewusst darstellen, und am Ende müssen Ergebnisse aus konstruktiver Zusammenarbeit stehen, die Berufsrealität abbilden und Versorgungsfragen der Zukunft beantworten.“

Eine Entscheidung über die Zukunft der Akademien soll der Deutsche Ärztetag im kommenden Jahr treffen. Eine Änderung des bisherigen Statuts wäre ein falsches Signal, warnt das Parlament der westfälisch-lippischen Ärzteschaft. Denn die Akademien verschafften sowohl Allgemein- als auch Gebietsärzten den einfachsten und zügigsten Zugang zum Vorstand der Bundesärztekammer und Informationstransfer in weitere Gremien und in die Politik. „Probleme aus der Fläche und Lösungen für die Probleme in der Fläche können über die Akademien ohne Umwege am direktesten ausgetauscht und nutzbar gemacht werden“, stellt die Kammerversammlung in ihrem Beschluss fest.

Damit die Akademien weiterhin Impulse für die Gesundheitsversorgung auch für die Politik setzen könnten, müssten sie ihre Arbeit fortführen, fordert die westfälisch-lippische Kammerversammlung. Die Einsetzung beider Gremien durch den Deutschen Ärztetag autorisiere deren Mitglieder als gewählte Vertreter der gesamten Ärzteschaft, was die besondere Bedeutung der Akademien unterstreiche.