Kammerpräsident Windhorst und Pianist Bleibel starten Aktion "Musik und Medizin" - Musik als Therapeutikum

Der Tag war stressig, Kopfschmerzen und Magendrücken machen sich breit. Eine ruhige Klassik-CD bringt Entspannung, Kopf und Magen beruhigen sich – durch Musik statt Tabletten. Im Alltag wie im Behandlungszimmer kann Musik - richtig eingesetzt - wie ein Medikament wirken. „Melodie und Rhythmus besitzen ein ungeheures medizinisches Potenzial zum Ausgleich der Seele. Dies wollen wir stärker in das Bewusstsein der Ärzte und Patienten bringen“, sagte Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Gemeinsam mit dem Pianisten Jürgen Bleibel gab er heute den Startschuss zu der Aktion „Musik und Medizin“.

„Musik kann Prozesse im Gehirn in Gang setzen, die sich positiv auf das Nervensystem und somit den ganzen Körper auswirken“, erläuterte Prof. Erwin-Josef Speckmann, Neurophysiologe und Künstler. Schon in den Anfängen menschlicher Kultur seien Klänge und Melodien wichtiger Teil aller Heilrituale gewesen. „Mit unserem heutigen Wissen können wir die heilende Wirkung der Musik ganz gezielt einsetzen“, führte Speckmann aus. „Wichtig ist, dass jeder auch im Alltag diese positive Wirkung nutzen kann“, betonte Jürgen Bleibel, einer der begehrtesten Jazz- und Klassik-Pianisten in NRW. Die Melodien entspannten und könnten vor allem stressbedingte Symptome lindern.

 

Die Krankenkassen erkennen die Wirksamkeit der Musik als Therapieelement an. Als fester Bestandteil ganzheitlicher Schmerztherapien wurde die Musik in den Leistungskatalog aufgenommen. „Trotzdem sind die vielfältigen Möglichkeiten der Musik als Medizin vielen Ärzten und den meisten Patienten nicht bewusst. Daran muss man aber denken!“, stellte Windhorst fest. Mit Veranstaltungen und Infomaterial soll die Aktion „Musik und Medizin“ das ändern. Den Auftakt macht der Musik- und Vortragsabend „TonArzt“ am 20. August in der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Mit Beispielen, Tipps und der Möglichkeit zu Fragen an die Spezialisten soll TonArzt einen direkten Mehrwert für die Zuhörer bringen. „Wir wollen Menschen und Medizin zusammenbringen. Deshalb richtet sich die Veranstaltung vor allem an interessierte Bürger und erst in zweiter Linie an Fachpublikum“, betonte Windhorst.

Neben Prof. Speckmann wird Prof. Ralph Spintge zu dem Thema Musik und Medizin referieren. Schmerztherapeut Spintge setzt Musik regelmäßig ein und fördert als Vorsitzender der „Internationalen Gesellschaft für Musik in der Medizin“ die Verbreitung dieser Methoden.