Kammer begrüßt Zusammenarbeit mit Österreich - Windhorst: "Kooperation gegen den Ärztemangel"

Eine Zusammenarbeit mit der österreichischen Ärztekammer bei dem Austausch von Nachwuchsmedizinern ist nach Ansicht der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) ein geeigneter Weg, um den Ärztemangel in nordrhein-westfälischen Kliniken zu mildern. Deshalb begrüßt der Präsident der ÄKWL, Dr. Theodor Windhorst, die angekündigte gemeinsame Absichtserklärung der Landesregierung NRW mit der österreichischen Ärztevertretung für eine Kooperation. Danach sollen Jung-Ärzte aus Österreich ihre Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen absolvieren können, in Österreich warten sie teilweise bis zu drei Jahre auf eine entsprechende Weiterbildungsstelle. Bereits im vergangenen Jahr hatte die ÄKWL in Gesprächen mit der österreichischen Ärztekammer diese Problematik erörtert und auch den Kontakt zum zuständigen NRW-Ministerium hergestellt.

Windhorst: „Es ist gut, dass die Landesregierung unser Engagement aufgenommen hat. Eine Kooperation gegen den Ärztemangel ist wichtig. Vor dem Hintergrund von über 1000 nicht besetzten Stellen in NRW-Kliniken ist dringender Handlungsbedarf geboten. Hier herrscht Mangel, in Österreich herrschen lange Wartezeiten. Es ist dann folgerichtig, dass man zusammenarbeitet.“

Natürlich habe man vorher prüfen müssen, ob die rechtlichen Voraussetzungen für solch eine Kooperation gegeben seien. Dies sei nun geschehen. „Die Ausbildungen bei uns und in Österreich sind gleichwertig. Es gibt also keine Differenzen in der medizinischen Qualität und damit nicht in der Qualität der Patientenversorgung.“ Auch die Regelungen in der ärztlichen Berufsordnung seien zu beachten gewesen.

„Diese Zusammenarbeit kann kurzfristig helfen, Lücken in der klinischen Versorgung zu schließen“, sagt Windhorst. Aber langfristig seien weitere Maßnahmen notwendig, um den Arztberuf im Krankenhaus wieder attraktiv zu machen. „Wir dürfen den Nachwuchs nicht weiter mit überlangen Diensten, regelmäßigen unbezahlten Überstunden und einer ständig steigenden Bürokratie abschrecken.“