Hoffnung für die Patienten auf der Warteliste: Negativtrend bei Organspenden scheint gestoppt - Windhorst: Aktuelle Spenderzahlen sind kein Anlass für Entwarnung – „Sinkflug scheint gestoppt“

Im vergangenen Jahr gab es nach aktuellen Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) bundesweit 864 Organspenden, das waren 15  weniger als 2013. Vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Organspenden 2013 und 2012 drastisch gesunken war, bedeutet dies laut DSO eine  Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Auch in Nordrhein-Westfalen gab es einen geringen Rückgang von 194 auf 170 Organspenden.

Dazu erklärt Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer:

„Die neuen Zahlen der DSO bringen ein wenig Hoffnung für die 11.000 Menschen auf der Warteliste für ein neues und lebensrettendes Organ. Der Sinkflug scheint gestoppt. Aber es gibt noch lange keinen Anlass für Entwarnung. In dem Bemühen um eine Steigerung der Organspendezahlen dürfen wir nie nachlassen. Schließlich haben die zurückliegenden Transplantationsskandale und Berichte über die Hirntoddiagnostik sehr viel Vertrauen in der Bevölkerung zerstört, das wir durch Transparenz und Aufklärung zurückgewinnen müssen. Die entstandenen Vorbehalte und Ängste müssen wir abbauen. Unsere Gesellschaft trägt Verantwortung gegenüber den Patienten auf der Warteliste.“

Es gelte, so Kammerpräsident Windhorst weiter, in der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, dass die Organspende auf einem Drei-Säulen-System basiere: „Organentnahme, Organvermittlung und letztlich die Organtransplantation erfolgen unabhängig voneinander und werden konsequent im Mehr-Augen-Prinzip kontrolliert.“

Doch nicht nur Patienten und Bevölkerung seien verunsichert, auch die Ärzteschaft benötige Sicherheit und Stabilität. „Deshalb unterstützen wir nicht nur die Arbeit der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken, sondern durch spezielle, aktuell weiterentwickelte Fortbildungsangebote auch die weitere Qualifikation der Ärztinnen und Ärzte in Sachen Organspende und im Bereich der Hirntoddiagnostik.“

Zudem müssten die Transplantationsbeauftragten in ihrer autarken Arbeit gestärkt werden, indem sie von Routinetätigkeiten entlastet würden. „Dann können sie sich in dieser schwierigen Situation vermehrt um die Patienten und deren Angehörige kümmern.“

Außerdem sei Aufklärung darüber wichtig, „dass die wissenschaftlichen Harvard-Kriterien bei der Hirntod-Diagnostik greifen“. Die medizinisch-ethische Basis für eine Organspende sei immer der sichere und zweifach unabhängig voneinander diagnostizierte Hirntod.