„Hör Auf!” — Stimmenhörer-Ausstellung mit großem Besucherinteresse in der Ärztekammer Westfalen-Lippe eröffnet

Großformatige Portraits, ausdrucksstark und tiefsinnig; Texte, die nachhaltig wirken – mit großem Besucherinteresse eröffnete Dr. Michael Schwarzenau, Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Westfalen-Lippe, am Freitagabend die Ausstellung „Hör Auf!” - Projekt Stimmenhörer im Ärztehaus Münster.

Jeanne d‘Arc, Robert Schumann, Andy Warhol - sie alle sollen sie gehört haben: Stimmen. Ganz real gesprochene Worte, die nur sie selbst hören konnten. Drei bis fünf Prozent der Bevölkerung soll es ebenso gehen: Nach einem einschneidenden Erlebnis in ihrem Leben haben sie schon einmal Stimmen gehört. Diese Stimmen können unterschiedliche Lautstärken und verschiedene Charaktere haben. Doch was passiert, wenn die Stimmen anfangen, das eigene Leben zu bestimmen? Krankenhaus, Psychiatrie, Medikamente - diesen Teufelskreis kennen viele Stimmenhörer, doch kaum jemand spricht darüber, weil Stimmenhören oftmals mit Verrücktsein gleich gesetzt wird. Auf der anderen Seite: Niemand kann sich die Macht und das Ausmaß dieser Stimmen tatsächlich vorstellen. Wenige wissen, was es mit dem Stimmenhören auf sich hat.

Zwei Jahre lang haben die Fotografin Sarah Johanna Eick und die Journalistin Wiebke Nieland Berliner Stimmenhörer getroffen und sie ermutigt, vor die Kamera zu treten, um dem Stimmenhören ein Gesicht zu geben. Jetzt präsentieren die Künstlerinnen ihr Projekt „Stimmenhörer” im Ärztehaus in Münster und zeigen sieben großformatige Porträts mit Texten zu der jeweils persönlichen Geschichte der Stimmenhörer. Eine Klanginstallation greift die Befehle und Kommentare der inneren Stimmen auf, sodass jeder Ausstellungsbesucher zum Stimmenhörer wird. Mit ihrem Projekt möchten die Künstlerinnen gegen das Stigma arbeiten, das Stimmenhörern anhängt.

Die Ausstellung in der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Gartenstraße 210-214, 48147 Münster, ist bis zum 18. Dezember 2014 montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr und freitags von 8.00 bis 13.30 Uhr für Besucher zugänglich.

 

Dr. phil. Michael Schwarzenau, Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Westfalen-Lippe, begrüßte zur Eröffnung der Ausstellung im Ärztehaus Münster die Künstlerinnen Sarah Johanna Eick und Wiebke Nieland (r.).
(Foto: nie)