Gute Aussichten für Patienten mit neuem Notfalldatenmanagement - Ärztlicher Beirat sieht viel Potenzial im neuen Konzept der Bundesärztekammer

Ärztlicher Beirat zur Begleitung des Aufbaus einer Telematik-Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen

Ärztekammer Nordrhein und Ärztekammer Westfalen-Lippe, Gemeinsame Pressemitteilung

Düsseldorf/Münster (ÄkNo/ÄKWL) - 15.4.2011. Der ärztliche Beirat zur Begleitung des Aufbaus einer Telematik-Infrastruktur für das Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen hat auf seiner letzten Sitzung zum Konzept des Notfalldatenmanagements der Bundesärztekammer Stellung genommen. „Das aktuelle Konzept des Notfalldatenmanagements berücksichtigt frühere Kritik und die ersten in Tests gewonnen Erfahrungen an dem Projekt. Ärztlichen Belangen wurde unter umfassender Mitwirkung verschiedenster ärztlicher Fachgruppen und Berufsverbände Rechnung getragen“, so die Vorsitzenden des Beirates, Dr. Christiane Groß (Ärztekammer Nordrhein) und Dr. Dr. Hans-Jürgen Bickmann (Ärztekammer Westfalen-Lippe). Der Notfalldatensatz könne jetzt in den unterschiedlichsten Versorgungsszenarien umgesetzt werden und müsse nun Nutzen und Praktikabilität im medizinischen Alltag nachweisen.

Der Ärztliche Beirat ist der Überzeugung, dass das Projekt sein ganzes Potenzial nur dann entfalten kann, wenn Ärzte und Patienten intensiv im Umgang mit den Karten und den Auswirkungen der Bereitstellung von Notfalldaten vertraut gemacht werden. „Wir mahnen daher ausdrücklich ein umfangreiches Schulungs- und Kommunikationskonzept an“, sagen Groß und Bickmann. Die Einführung des Notfalldatenmanagements sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe mit besonderer Verantwortung bei der ärztlichen Selbstverwaltung. Gemäß der Vorgabe des Sozialgesetzbuches sei es selbstverständlich, dass die Erstellung und Nutzung des Notfalldatensatzes „offline“, also auch ohne Anbindung des Praxisverwaltungssystems an das elektronische Netz der Telematik-Infrastruktur, möglich sein müsse.

Mit dem Notfalldatensatz sollen auf der neuen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) neben den notfallrelevanten medizinischen Informationen (z.B. Diagnosen, Medikation, Allergien und Unverträglichkeiten) auch Hinweise auf den Hinterlegungsort von persönlichen Erklärungen eines Patienten (Organ- und Gewebespendeerklärung, Patienten-Verfügung oder Vorsorge-Vollmacht) einheitlich abgelegt werden können. Die Nutzung der Notfalldaten ist für den Patienten in jedem Fall freiwillig.

Die Stellungnahme des ärztlichen Beirats ist im Wortlaut verfügbar im Internet unter www.aekno.de.

Hintergrund:
Der  ärztliche Beirat NRW, begleitet den Aufbau der elektronischen Vernetzung des Gesundheitswe-sens und bringt den Sachverstand der kurativ tätigen Ärzte ein. Die sogenannte Telematik-Infrastruktur soll nach dem Willen des Gesetzgebers zum Beispiel Praxen, Krankenhäuser und Krankenkassen elektronisch vernetzen. Dem Beirat gehören neben Ärztinnen und Ärzten aus Praxis und Krankenhaus auch Zahnärzte, eine Vertreterin der Psychologischen Psychotherapeuten, Vertreter der Krankenhausträger und des NRW-Gesundheitsministeriums an. Die Geschäftsführung liegt bei der Ärztekammer Nordrhein.

Ihre Ansprechpartner bei Rückfragen:
Volker Heiliger, Pressesprecher der Ärztekammer Westfalen-Lippe: 0251/9292110
Horst Schumacher, Pressesprecher der Ärztekammer Nordrhein: 0211/43022010