Gesicherte Existenz der Krankenhäuser für Patientenversorgung und Nachwuchsförderung unerlässlich - Windhorst: "Wo bleibt das nachhaltige ´Rettungspaket 2010´ für die Krankenhäuser?"

Trotz Krankenhausfinanzierungsreformgesetz stehen 20 Prozent der Kliniken vor der Insolvenz. Die wohnortnahe Patientenversorgung ist aber nicht das alleinige Problem, wenn Krankenhäuser dicht machen. Durch Schließungen von Krankenhäusern ist auch die ärztliche Weiterbildung im Sinne der Nachwuchsförderung an den Kliniken massiv gefährdet. Diesen Zusammenhang macht der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, deutlich.

„Wenn, wie Studien derzeit aufzeigen, ein Fünftel der Kliniken in Deutschland wirt-schaftlich krank und in ihrer Existenz bedroht sind, steht damit auch mindestens ein Fünftel der Weiterbildungsstellen auf dem Spiel.“ Nicht nur für die Patientenversorgung und die betroffenen Arbeitnehmer an den Krankenhäusern bedeuteten Klinikschließun-gen einen herben Schlag, „auch die Weitergabe von ärztlichem Wissen und medizini-scher Qualität an den Nachwuchs bleibt dann auf der Strecke“, so Windhorst. Dies dürfe insbesondere vor dem Hintergrund des steigenden Ärztemangels in den Krankenhäusern nicht sein, denn „ärztliche Weiterbildung ist Nachwuchsförderung“, so der Kammerpräsi-dent. Schließlich benötige jeder angehende Facharzt zunächst eine Weiterbildungsstelle.

Windhorst richtet einen dringenden Appell an die Verantwortlichen in Bund und Län-dern: „Die Politik ist gefordert, diesem Trend entgegenzuwirken. Die Regierungen müssen dem Abbau von Arbeitsplätzen in den Krankenhäusern und der Zerstörung der wohnort-nahen Versorgung notfalls mit direkten Finanzhilfen entgegenwirken. Wo bleibt das nachhaltige Rettungspaket 2010 für die Krankenhäuser?“ Was Holzmann, den Banken und Opel recht sei, müsse den Krankenhäusern billig sein. Schließlich würden durch die Streichung einer Arztstelle auch acht Arbeitstellen im pflegerischen Bereich wegfallen. Windhorst warnt: „Patientenversorgung schlecht, Nachwuchsförderung schlecht, Ar-beitsplatzsicherung schlecht.“

Doch nicht nur die Quantität der Weiterbildungsstellen sei wichtig, auch die Qualität der Weiterbildung müsse weiterhin hoch gehalten werden. Deshalb habe die ÄKWL be-schlossen, alle zwei Jahre eine routinemäßige Befragung von Weiterbildungsassistenten über die Qualität und Zufriedenheit mit der Weiterbildungssituation durchzuführen. Anhand der gesammelten Daten sollen die Stärken und Schwächen der Weiterbildung in
den einzelnen Weiterbildungsstätten erhoben werden. Die Ergebnisse sollen dann Ver-besserungspotenziale aufzeigen, um Handlungskonzepte für strukturierte Weiterbil-dungsabläufe zu entwickeln.

„Hier sind wir auf dem richtigen Weg, diese Evaluation ist eine Maßnahme zur Quali-tätssicherung in der Weiterbildung“, so Windhorst. Er betont, dass die Kammer hierbei auf die Mitwirkung aller Ärzte angewiesen sei. Eine große Gruppe von Chefärzten des Marburger Bundes etwa unterstütze diese Evaluation aktiv und setze sich selbst für eine strukturierte Weiterbildung in ihren Abteilungen ein.

„Jeder ausgefüllte Evaluations-Bogen bringt uns in der Weiterbildung und damit in der Nachwuchsförderung einen Schritt weiter. Denn Qualität durch Qualifikation ist das Ziel“, sagt Kammerpräsident Windhorst abschließend.