Geplanter Umzug des Krebsregisters: Arbeitsqualität darf nicht leiden - Planungssicherheit für die Mitarbeiter gefordert

Gemeinsame Pressemitteilung Ärztekammer Westfalen-Lippe und Universitätsklinikum Münster

Durch einen möglichen Umzug  des Münsteraner Krebsregisters an den von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens geplanten Gesundheitscampus in das Ruhrgebiet darf die Kompetenz des Krebsregisters nicht geschwächt werden. Diese Meinung vertreten der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. med. Theodor Windhorst, und der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Münster, Prof. Dr. med. Norbert Roeder. Die Gesellschafterversammlung der Krebsregister NRW gGmbH wird Ende Mai über die vom Land geforderte Standortverlagerung diskutieren.

„Wir waren kritisch, als die Umzugspläne bekannt wurden“, sagen Dr. Windhorst und Prof. Roeder. Denn dadurch würden die seit Mitte 2005 mit großen Anstrengungen vorangetriebenen Aufbauarbeiten gefährdet. Außerdem bedeute diese Entscheidung unweigerlich eine Schwächung des Gesundheitsstandortes Münsterland.

Nun haben sich jedoch nach Ansicht von Windhorst die Voraussetzungen verändert: „Das damals noch zarte Pflänzchen konnte sich im vergangenen Jahr konsolidieren. Die Leistungen haben sich stabilisiert.“ Wenn der Umzugsplan der Landesregierung umgesetzt werden sollte, müsse darauf geachtet werden, dass die Arbeitsqualität des Krebsregisters beibehalten werde. „Hierfür ist zunächst ein geordneter Abschluss der derzeitigen Aufbauarbeiten unerlässlich“, so Windhorst. Dieser werde naturgemäß noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ziel müsse es auch sein, für die Mitarbeiter des Krebsregisters eine berufliche Planungssicherheit zu erhalten, damit ein „fachlicher Aderlass“ vermieden werde.

Windhorst und Roeder sind sich einig: „Struktur- und Arbeitsqualität müssen beim Krebsregister im Vordergrund stehen, erst danach kann die Standortfrage geklärt werden.“ Beide fordern auch eine wissenschaftliche Anbindung der Arbeit des Krebsregisters.

Zu den Gesellschaftern gehören die Ärztekammern und Zahnärztekammern in Westfalen-Lippe und Nordrhein, die Kassenärztlichen Vereinigungen in Westfalen-Lippe und Nordrhein, die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, die Krankenkassen/Krankenkassenverbände in Nordrhein-Westfalen sowie die Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen.