Gemeinsame Pressemitteilung der Apothekerkammer Westfalen-Lippe und der Ärztekammer Westfalen-Lippe: Baumberger Impuls - Apothekerkammer und Ärztekammer verabschieden gemeinsames Positionspapier: Kooperation zum Wohle des Patienten

(Münster, 2. November 2015). Die Spitzen der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Apothekerkammer Westfalen-Lippe haben jetzt in Nottuln im Rahmen einer zweitätigen Klausurtagung ein gemeinsames Positionspapier verabschiedet. Der sogenannte „Baumberger Impuls“ beschreibt vier Handlungsbereiche, in denen die beiden Heilberufe zukünftig noch intensiver zum Wohle der Patienten zusammenarbeiten wollen.

Es liege im Interesse beider Berufsgruppen, Ärzte und Apotheker als freie akademische Heilberufe und deren Bedeutung im Gesundheitssystem zu stärken, betont Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. „Wir haben in unserer Klausurtagung zahlreiche Felder benannt, in denen die Berufe sich gegenseitig unterstützen können, ohne die jeweiligen Kompetenzen des anderen zu beschränken.“

Bei allen Chancen, die der technischen Entwicklung innewohnen, sei der persönliche Arzt-Apotheker-Patienten-Kontakt elementar für den Heilungserfolg, ergänzt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe: „Wir sehen es als eine wichtige gemeinsame Aufgabe an, die Ausbildung des Nachwuchses der beiden Professionen in diesem Sinne voranzubringen. Das gilt gleichermaßen für die Fort- und Weiterbildung.“

So steht als erste eine gemeinsame Sitzung der Vorstände der beiden Kammern auf der Tagesordnung. „Wir sind der festen Überzeugung, dass Ärzte und Apotheker sich gegenseitig brauche, um die Versorgung der Patienten mit Arzneimittel möglichst optimal zu gestalten.“

Baumberger Impuls zur Kooperation zwischen Apothekern und Ärzten in Westfalen-Lippe Im Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung für die Patienten und das Gesundheitswesen haben Vertreter und Mitglieder der Ärztekammer und der Apothekerkammer Westfalen-Lippe in einer offenen Diskussion Fragen der gemeinsamen Zukunft der beiden akademischen Heilberufe erörtert. In dieser Diskussion wurde deutlich, dass dies nur auf Basis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit gelingen kann. Die Herausforderungen liegen vor allem in den folgenden vier Bereichen:

Technisch-strukturelle Bedingungen
Die technisch-strukturellen Rahmenbedingungen, unter denen beide Heilberufe tätig sind, veranlassen uns dazu, die professionelle Kommunikation zu intensivieren, die Ergänzung der Kompetenzen zu fördern und die jeweiligen Herausforderungen und Aufgaben transparent zu machen. Das gilt vor allem in Hinblick auf die zukünftige Digitalisierung im Gesundheitswesen. Insbesondere die Gewährleistung der Arzneimitteltherapiesicherheit im Rahmen der Einführung von flächendeckenden E-Health-Lösungen ist nur in der Zusammenarbeit beider Professionen erfolgreich.

Kommunikation
Um eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Sinne der Patienten zu gewährleisten, müssen Wissen, Fähigkeiten und spezifische Kompetenzen im Sinne einer wechselseitigen Ergänzung transparent und nutzbar gemacht werden.

Kompetenzen
Es ist im Interesse beider Berufsgruppen, Ärzte und Apotheker als freie akademische Heilberufe und deren Bedeutung im Gesundheitssystem zu stärken. Es gibt zahlreiche Felder, in denen die Berufe sich gegenseitig unterstützen können, ohne die jeweiligen Kompetenzen des anderen zu beschränken. Bei allen Chancen, die in der technischen Entwicklung stecken, ist der persönliche Arzt-Apotheker-Patienten-Kontakt elementar für den Heilungserfolg. Wir sehen es als eine wichtige gemein-same Aufgabe an, die Ausbildung des Nachwuchses der beiden Professionen in diesem Sinne zu gestalten. Das gilt gleichermaßen für die Fort- und Weiterbildung.

Interessen
Dazu gehört die klare Artikulation der jeweiligen Interessen der einzelnen Berufsstände. Nur so ist eine konfliktfreie Nutzung der Kompetenzen und ein auf Verständigung zielender Dialog möglich. Der Dialog beider Professionen soll durch gemeinsame Informationsveranstaltungen, Fortbildungen und neue Wege der Zusammenarbeit ausgebaut und gestärkt werden.

 

Vereinbarten den „Baumberger Impuls“ für intensivere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern: Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, die Ärztekammer-Präsidenten Dr. med. Theodor Windhorst und Dr. med. Klaus Reinhardt und Mitglieder der Arbeitsgruppe. Foto: AKWL