Gehle: Klinik- und Praxismitarbeiter sind nah an der Erschöpfung und müssen wieder Luft holen können

Kammervorstand fordert Stopp von planbaren stationären Behandlungen über Weihnachten und Neujahr

Die Versorgung in den Krankenhäusern ist und bleibt absehbar dramatisch. Ärzteschaft und Pflegepersonal arbeiten am Limit des Leistbaren, oft auch darüber hinaus. Auch in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ist die Be- und Überlastung in der Corona-Pandemie weiterhin spürbar. Deshalb fordert der Vorstand der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), die planbaren Operationen in den Kliniken zu verschieben. „Das Personal in unseren Krankenhäusern ist nah an der Erschöpfung und muss erstmal wieder Luft holen können. Wir müssen die Auslastung der Kliniken über Weihnachten und bis Neujahr herunterfahren. Mit dieser Weihnachtsruhe können wir verhindern, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbrennen und die Patientenversorgung an die Wand fährt“, fordert Kammerpräsident Dr. Hans-Albert Gehle im Namen des ÄKWL-Vorstandes. Auch von Seiten der Politik sei ein Verschieben planbarer Leistungen bereits gefordert und ermöglicht worden. Notfälle müssten natürlich weiter versorgt werden. 

Auch die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen brauchen mit ihren Teams nach Ansicht des Kammervorstandes dringend eine Pause von der enorm hohen Belastung, denn neben dem erheblichen Corona-Engagement müsse ja auch noch der reguläre Versorgungsbetrieb geleistet werden. 

Beim Impfen dürfe es zu keiner Pause und keinerlei Verzögerung kommen, so das Votum des Kammervorstandes. Schließlich gebe es auch noch 12 bis 13 Millionen ungeimpfte Menschen im Land und nur zehn Prozent aller derzeitigen Impfungen seien Erstimpfungen. Man dürfe sich also nicht ausschließlich auf das Boostern konzentrieren. Der Kammervorstand spricht sich zudem für verlässlich planbare Impfstoffmengen aus. 

„In den Krankenhäusern und Praxen stehen Ärzteschaft, Pflegeberufe und Medizinische Fachangestellte bei der Bekämpfung der Pandemie ganz eng zusammen“, betont ÄKWL-Präsident Dr. Gehle. Dieser Schulterschluss sichere trotz sehr hoher Belastung die zuverlässige Versorgung der Patientinnen und Patienten: „Ein Vorbild, an dem sich auch die Politik bei ihrem Part der Pandemiebekämpfung ein Beispiel nehmen sollte.“