Gegen Straforgien und politische Eingriffe in die Versorgung - Windhorst kritisiert: Intelligente Lösungen sehen anders aus

„Die neuen politischen Vorstellungen zum Versorgungsgesetz gehen komplett an der Realität der medizinischen Versorgung in Kliniken und Arztpraxen vorbei. Intelligente Lösungen sehen anders aus.“ Mit diesen Worten reagiert der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, auf die aktuellen Vorschläge der CDU/CSU in Berlin.

Die Gesundheitspolitiker der Unions-Bundestagsfraktion bekräftigen in einem fünfseitigen Konzeptpapier ihre Forderung, Krankenhäuser mit Hilfe von finanziellen Sanktionen zum Abbau von Vierbettzimmern zu bewegen. Entweder soll die Zuzahlung der Patienten von zehn Euro pro Tag entfallen, wenn diese mit mehr als einem weiteren Patienten in einem Zimmer untergebracht werden, oder die Krankenhäuser, die Patienten in Zimmern mit mehr als zwei Betten unterbringen, sollen einen Abzug auf die Vergütung erhalten. „Straforgien gegen die Kliniken machen überhaupt keinen Sinn und schaden letztendlich nur der Patientenversorgung.“ Windhorst weist darauf hin, dass sich bereits heute die Belegung der Klinikzimmer nach dem Erkrankungsgrad der Patienten richte. „In Mehrbettzimmern liegen keine betreuungsintensiven Kranken.“ Für eine zukunftsgerichtete Ausstattung der Krankenhäuser sei es vielmehr dringend erforderlich, „endlich den Investitionsstau von 50 Milliarden Euro aufzulösen“.

Auch ein politischer Eingriff in die Praxisabläufe der Niedergelassenen sei kontraproduktiv, kritisiert Windhorst. Die Unionsabgeordneten planen eine Reduzierung von Wartezeiten bei Facharztterminen. So soll vorgegeben werden, dass die Krankenkassen für ihre Versicherten ein sanktionsbewehrtes Terminmanagement anbieten müssen. „Ich gehe davon aus, dass als Folge einer neuen kleinräumigeren Bedarfsplanung zu lange Wartezeiten für einen Arzttermin nicht mehr vorkommen.“ Zudem sei hier eher die Bekämpfung des Ärztemangels zielführend. Wo genügend Ärzte praktizierten, müssten die Patienten auch nicht zu lange auf einen Termin warten.

Windhorst abschließend: „Die Selbstverwaltung der Ärzteschaft benötigt von der Politik verlässliche strukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen und keinen politischen Dirigismus. Um das Alltagsgeschäft rund um die Patientenversorgung kümmern wir uns schon.“