Evaluation der Weiterbildung: ÄKWL startet Umfrage - Windhorst: Qualität in der Weiterbildung sichert die Qualität der Patientenversorgung

„Die Qualifikation der Ärzte ist Grundvoraussetzung für eine hochstehende medizinische Versorgung. Deshalb darf ärztliche Weiterbildung nie ein Nebenprodukt sein, sondern ist das Herzstück für unseren medizinischen Nachwuchs. Die Qualität der Weiterbildung sichert die Qualität der Patientenversorgung.“ Dies erklärt der Präsident der Ärztekammer
Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, in der aktuellen Ausgabe des
Westfälischen Ärzteblattes. In diesen Tagen startet die ÄKWL eine Umfrage unter den in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzten zur Situation der Weiterbildung in Westfalen-Lippe.

„Qualität durch Qualifikation“ zu schaffen, sei seit jeher Kernaufgabe der Ärztekammer
Westfalen-Lippe, so Windhorst. Ein möglichst vollständiges Bild des Weiterbildungsgeschehens im stationären wie im ambulanten Bereich helfe, diese Aufgabe noch besser zu erfüllen. „Probleme oder Defizite in der Weiterbildung müssen abgestellt werden, vorbildliche Arbeit sollte hingegen als gutes Beispiel Interessierten zugänglich gemacht werden – beides fördert die Ärztekammer aktiv.“ Dabei verstehe es sich von selbst, dass die Kammer auch außerhalb der Weiterbildungs-Evaluationen Ansprechpartner für individuelle Fragen oder Probleme rund um die ärztliche Weiterbildung sei.

Es ist die nunmehr dritte Runde der ärztlichen Weiterbildungs-Evaluation in Westfalen-Lippe. Während die beiden vorangegangenen Evaluationen in den Jahren 2009 und 2011 noch von der Bundesärztekammer begleitet wurden, gehört die ÄKWL diesmal zu einem kleinen Kreis von Landesärztekammern, die diese Arbeit in Abstimmung mit der Bundesärztekammer fortsetzen. „Dieses Engagement wird sich auszahlen. Denn das Bild, das die Evaluation von der Lage und der Entwicklung ärztlichen Weiterbildung in unserem Land zeichnet, ist nur aussagekräftig, wenn es kontinuierlich aktualisiert wird“, sagt Kammerpräsident Windhorst.

Wie schon in den Vorjahren gehe es nicht nur um globale Bewertungen der Weiterbildung, sondern vor allem auch um individuelle Einschätzungen zur jeweiligen Weiterbildungsstätte. Damit solle keineswegs einer zu Recht unbeliebten „Kontrollitis“ Vorschub geleistet werden. Eine Erhebung des Status quo diene vielmehr allen Beteiligten: „Weiterbildungsassistenten, die mit Recht eine hochwertige Weiterbildung erwarten, Weiterbildern und Weiterbildungsstätten, die sich guter Arbeit versichern und dies auch darstellen können – und nicht zuletzt denen, die als Berufsstarter größtes Interesse daran haben, eine für sie passende Weiterbildungsstelle zu finden.“

Über die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte, die in den vergangenen Jahren ihre Weiterbildung im Kammerbezirk begonnen haben, sind laut ÄKWL aus dem Ausland nach Westfalen-Lippe gekommen. Qualitätvolle Weiterbildung habe deshalb noch eine weitere Funktion: „Sie hilft bei der beruflichen und persönlichen Integration der ausländischen Ärztinnen und Ärzte, die für unser Gesundheitswesen längst unverzichtbar sind.“ Allein in Nordrhein-Westfalen arbeiten zurzeit über 8.000 Ärztinnen und Ärzte, die aus dem Ausland stammen. Dass der Einstieg in die Facharzt-Weiterbildung auch für Nicht-Muttersprachler gut gelingt, unterstützt die Kammer u. a. seit Beginn dieses Jahres durch Abnahme von Fachsprachprüfungen und durch die Initiative „Qualität durch Integration“.