EVA entlastet westfälische Ärzte

Gemeinsame Pressemitteilung der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe

Alle reden von der Delegation ärztlicher Leistungen - in Nordrhein-Westfalen werden jetzt die konkreten Voraussetzungen geschaffen: Über ihre gemeinsame Fortbildungsakademie bieten Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe eine eigene Zusatzqualifikation für medizinische Fachangestellte (den früheren Arzthelferinnen) zur „Entlastenden Versorgungsassistentin" (EVA) an. Mit diesen zusätzlichen Fähigkeiten kann die medizinische Fachangestellte selbstständig Leistungen zum Beispiel in den Bereichen Hausbesuche, Impfen und Prävention übernehmen.

„Im Sinne der Kollegen wollten wir schnell reagieren und eine Fortbildungsmöglichkeit für Arzthelferinnen anbieten, die in der Praxis wirklich Nutzen hat", betonen die „geistigen Väter" von EVA, Dr. Klaus Reinhardt, Vizepräsident der Ärztekammer, und Dr. Wolfgang-Axel Dryden, 2. Vorsitzender der KVWL. Die Entlastung der niedergelassenen Ärzte durch qualifizierte Mitarbeiter ist eines der Zukunftsthemen der Ärzteschaft, das auch auf dem letztjährigen Deutschen Ärztetag in Ulm intensiv diskutiert wurde.

Im Gegensatz zu anderen Konzepten entlastet EVA den Arzt, wird ihn aber nicht ersetzen. „EVA soll keine Alternative zum Arzt sein", stellen Dryden und Reinhardt klar. „Im Interesse der Patienten halten wir am Grundsatz der therapeutischen Gesamtverantwortung des Arztes fest. Unser Ziel ist vielmehr das synergetische Zusammenwirken der verschiedenen Qualifikationen und Kompetenzen."

„Wichtig war uns die gezielte Qualifizierung der Mitarbeiter für die Übernahme der delegationsfähigen Leistungen in der ambulanten Praxis", erläutert Dryden die westfälischen Überlegungen für EVA. „Deshalb", ergänzt Reinhardt, „haben wir ein eigenes Fortbildungskonzept entwickelt. Für die Zusatzqualifikation Entlastende Versorgungsassistentin' erteilen wir als Ärztekammer ein Zertifikat." Abgestimmt haben sich die Westfalen mit den Kollegen in Nordrhein und deren Überlegungen. Dort bietet die Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung die Qualifikation zur EVA an. Die Fortbildung ist modular aufgebaut und kann berufsbegleitend belegt werden. Die Fortbildungsmodule sind größtenteils deckungsgleich mit bereits bestehenden Modulen anderer Fortbildungsgänge, die mit der Bundesärztekammer konzertiert sind.

Die Fortbildung besteht aus acht Pflichtmodulen und einem Zusatzmodul, das aus verschiedenen Bereichen gewählt werden kann. 140 Stunden müssen für die Pflicht, 20 Stunden für den Wahlteil aufgewandt werden. Das Curriculum beinhaltet im Pflichtteil Unterrichtsabschnitte für Case-Management, Notfallmanagement, Gesundheits- und Präventionsmanagement, Telemedizin, Sozialrecht, Besuchs- sowie Wundmanagement und Geriatrisches Basis-Assessment.

Das Angebot wendet sich an medizinische Fachangestellte mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung.

Auskünfte zur Zusatzqualifikation, den konkreten Terminen und den Kosten gibt es bei der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Telefon 02 51 / 9 29 22 07, E-Mail burkhard.brautmeier@aekwl.de

 

Ansprechpartner für die Presse

Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
Andreas Daniel
Telefon 02 31 / 94 32 31 40

Ärztekammer Westfalen-Lippe
Volker Heiliger
Telefon 02 51 / 94 32 31 40