Erstmals Fortbildung zur „Entlastenden Versorgungsassistentin“ (EVA) in Paderborn

Seit zehn Jahren können sich Angehörige medizinischer Fachberufe zur „Entlastenden Versorgungsassistentin“ bzw. zum „Entlastenden Versorgungsassistenten“ (EVA) fortbilden – nun auch erstmals in Paderborn. Die Fortbildungsinitiative wurde von der Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe in Zusammenarbeit mit der Bezirksstelle Paderborn der KVWL und mit Unterstützung des Kreises Höxter gestartet „Es freut uns sehr, die EVA-Fortbildung nun auch in der Region zu ermöglichen und den Teilnehmerinnen weite Anreisewege zu ersparen“, so der Bezirksstellenvorsit-zende Dr. med. Ulrich Polenz. Dr. med. Ronald Woltering ergänzt, dass die Initiative des Kreises Höxter Hausärzte zu motivieren, ihre MFAs als EVA ausbilden zu lassen, erste Früchte trägt.

Mehr als 1.000 Medizinische Fachangestellte, Arzthelferinnen und Krankenpfleger in Westfalen-Lippe haben das Zertifikat in den letzten zehn Jahren bereits erworben, um zur Bewältigung der immer umfangreicher werdenden Tätigkeiten in einer ärztlichen Praxis beizutragen. 30 Medizinische Fachangestellte aus dem Paderborner Raum kommen demnächst dazu, wenn sie ihre jetzt begonnene Fortbildung abge-schlossen haben werden. Sie verfügen dann über die Kompetenz, Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Praxis durch die Übernahme delegierbarer medizinischer Leistungen bei der Begleitung und Unterstützung von Patienten und Angehörigen zu entlasten. Eine EVA kann Hausbesuche durchführen, Wunden vorsorgen, das Impf-management der Praxis übernehmen, den Arzt bei der elektronischen Praxiskommu-nikation und beim Telematik/Telemedizin-Aufbau unterstützen oder zum Beispiel Hygienebeauftragte der Praxis sein. 

„Mit der Ausbildung zur EVA erhalten die Praxis-Mitarbeiterinnen die Möglichkeit zur weiteren beruflichen Qualifikation“, so die Leiterin der Akademie für medizini-sche Fortbildung, Elisabeth Borg. „Gleichzeitig können niedergelassene Ärztinnen und Ärzte durch die Unterstützung der EVA auch in Zeiten erheblicher Arbeitsver-dichtung eine verantwortungsvolle Versorgung von Patienten im Team aus einer Hand garantieren.“ Die Qualifizierung zur EVA ist anspruchsvoll und kann je nach Berufserfahrung mehr als 270 Stunden umfassen.