DKI-Gutachten zur Lage der Krankenhäuser - Windhorst: Finger in die richtigen Wunden gelegt

Das aktuelle Gutachten des Deutschen Krankenhausinstitutes (DKI) zum Ärztemangel in den Krankenhäusern ist eine umfassende Darstellung der mehr als problematischen Situation der Kliniken in unserem Land, erklärt Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Das Gutachten im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) beschreibt zahlreiche alarmierende Zustände. „Ich begrüße dieses Gutachten, weil es den Finger in die richtigen Wunden legt“, sagt Windhorst, „und empfehle es als Gute-Nacht-Lektüre für alle Gesundheitspolitiker.“

Als eine maßgebliche Ursache des Ärztemangels im Krankenhaus sieht das DKI die Novellierung des Arbeitszeitrechts im Jahr 2004. Die Anerkennung inaktiver Bereitschaftsdienstzeiten als Arbeitszeit bedingte einen erheblichen Mehrbedarf an ärztlichem Personal. Der bundesweite Mehrbedarf an Ärzten bis 2019 liege bei knapp 31.000 Ärzten. Die Studie sieht einen Sofortbedarf von aktuell 6.000 fehlenden Krankenhausärzten. In Nordrhein-Westfalen fehlen nach Angabe der Ärztekammer über 1000 Krankenhausärzte. Die schwerwiegendsten Folgen des Ärztemangels seien Probleme bei der Arbeitszeitorganisation und die Überlastung von Ärzten. „Das geht immer auch auf Kosten der Patientenversorgung“, kritisiert Windhorst.

Die Forderungen der Ärzteschaft sind nach den Worten von Kammerpräsident Windhorst seit Jahren die gleichen: bessere Arbeitsbedingungen für die Klinikärzte, familienfreundliche Arbeitsstrukturen, Entlastung von Bürokratie, mehr Studienplätze und damit mehr Studenten für Medizin, um den Mehrbedarf an Ärzten mittel- und langfristig abzudecken. Die Kompensation des ärztlichen Bedarfs durch Leihärzte oder ausländische Ärzte könne dauerhaft nicht die Lösung bringen, so Windhorst.

Der Kammerpräsident begrüßt auch, dass die DKI-Studie zu dem Ergebnis kommt, die Delegation ärztlicher Tätigkeiten könne zu einer Entlastung der Klinikärzte führen. Dabei müsse aber der Grundsatz der Einheitlichkeit des Arztberufes in Diagnostik und Therapie gewahrt bleiben. „Delegation ja, Substitution nein“ ist die Forderung von Windhorst. Er fordert von den politisch Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene, die Situation der Ärzte in den Kliniken deutlich zu verbessern. „Das DKI-Gutachten zeigt, wo die Hebel angesetzt werden müssen.“