Den Ärztemangel in NRW gemeinsam mit griechischen Ärzten bekämpfen - Kooperation zwischen den Ärztekammern - Windhorst: Win-Win-Situation für NRW und Thessaloniki

Eine Delegationsreise von ranghohen Vertretern des nordrhein-westfälischen Gesundheitswesens in die Region Nordgriechenland hat nach Ansicht des Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, „sehr positive Ergebnisse im Sinne einer partnerschaftlichen Solidarität auf Augenhöhe in Europa“ gebracht. Die Reise unter Leitung der NRW-Gesundheitsstaatssekretärin Bredehorst, an der auch die Ärztekammern aus Münster und Düsseldorf, die Krankenhausgesellschaft NRW, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit sowie das Goethe-Institut Thessaloniki beteiligt waren, war auf Einladung der Ärztekammer Thessaloniki zustande gekommen und „stellt eine erfreuliche europäische Initiative dar, die für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation ist“, so Windhorst, der die Staatssekretärin begleitet hat.

Eine Delegationsreise von ranghohen Vertretern des nordrhein-westfälischen Gesundheitswesens in die Region Nordgriechenland hat nach Ansicht des Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, „sehr positive Ergebnisse im Sinne einer partnerschaftlichen Solidarität auf Augenhöhe in Europa“ gebracht. Die Reise unter Leitung der NRW-Gesundheitsstaatssekretärin Bredehorst, an der auch die Ärztekammern aus Münster und Düsseldorf, die Krankenhausgesellschaft NRW, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit sowie das Goethe-Institut Thessaloniki beteiligt waren, war auf Einladung der Ärztekammer Thessaloniki zustande gekommen und „stellt eine erfreuliche europäische Initiative dar, die für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation ist“, so Windhorst, der die Staatssekretärin begleitet hat.

Allein in der Region Thessaloniki gibt es laut Windhorst 800 arbeitslose Ärzte. „Diesen können wir eine Perspektive in NRW bieten. Es ist kein unbotmäßiger Abzug von Fachwissen zu Lasten des dortigen Gesundheitswesens.“ In Griechenland können nur staatliche Krankenhäuser Fachärzte ausbilden. In den Privatkliniken, die in Griechenland einen hohen Anteil ausmachen, ist das nicht möglich. „Deshalb bilden sich vor den staatlichen Kliniken lange Schlangen von Ärzten, die auf eine Weiterbildung warten. In dieser schwierigen Situation können wir in NRW für Entlastung sorgen.“ Der Kammerpräsident weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es dadurch zu keiner Schwächung des griechischen Gesundheitssystems kommen würde. Von den derzeit etwa 1000 griechischen Ärzten in Nordrhein-Westfalen würden auch gut 70 Prozent nach der Ausbildung wieder in ihre Heimat zurückkehren.

„Unsere künftige Zusammenarbeit ist auch ein Weg, den gravierenden Ärztemangel in NRW zu bekämpfen“, sagt Windhorst. Wenn es zukünftig griechischen Ärzten ermöglicht würde, in Nordrhein-Westfalen die Weiterbildung zum Facharzt zu absolvieren, profitierten beide Seiten davon. „Uns fehlen hier die Ärzte, in Griechenland müssen sie bis zu acht Jahre auf eine Facharztausbildung warten. Da macht es doch Sinn, die griechischen Kolleginnen und Kollegen nach NRW zu holen.“

Auch die Sprachproblematik sei durch das begrüßenswerte Angebot des BAMF und des Goethe-Institutes, berufsbezogene Sprachkurse im Rahmen eines Modellprojektes zu finanzieren beziehungsweise anzubieten, gelöst. Damit könnten dann die Anforderungen an die Sprachkenntnisse ausländischer Ärzte erfüllt werden.

 

Münster, 5. November 2012                  40/12_hei