Allgemeinmedizinischer Nachwuchs wird durch geänderte Approbationsordnung verprellt - Windhorst: Zwangsverpflichtung der Jungmediziner gefährdet die Attraktivität der Allgemeinmedizin

Sowohl gegen eine Aufteilung des Praktischen Jahres (PJ) in Quartale als auch die Einführung eines Pflichttertials Allgemeinmedizin im PJ hat sich die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) ausgesprochen. Die Quartals-Lösung widerspricht nach Ansicht des ÄKWL-Präsidenten Dr. Theodor Windhorst jeglicher Vernunft, denn die Studenten sollten ohne Druck und ungezwungen ihr theoretisches Wissen auf Patientenebene anwenden können. Durch Verdichtung werde diese Zeit von dem drohenden Prüfungsstress belastet, die Konzentration auf den Patienten falle weg, so Windhorst. Auch müsse das dritte Tertial im PJ frei wählbar bleiben, fordert er. „Mit einer Zwangsverpflichtung für die Allgemeinmedizin schrecken wir unseren Nachwuchs ab. Die Attraktivität der Allgemeinmedizin wird bei den Jungmedizinern dadurch gefährdet“. Auch die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland hat bereits gegen einen Zwangsabschnitt Allgemeinmedizin im PJ votiert. Die Medizinstudenten müssten auch zukünftig ihre Eignungen und Neigungen frei austesten können, so Windhorst.

 

Sowohl gegen eine Aufteilung des Praktischen Jahres (PJ) in Quartale als auch die Einführung eines Pflichttertials Allgemeinmedizin im PJ hat sich die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) ausgesprochen. Die Quartals-Lösung widerspricht nach Ansicht des ÄKWL-Präsidenten Dr. Theodor Windhorst jeglicher Vernunft, denn die Studenten sollten ohne Druck und ungezwungen ihr theoretisches Wissen auf Patientenebene anwenden können. Durch Verdichtung werde diese Zeit von dem drohenden Prüfungsstress belastet, die Konzentration auf den Patienten falle weg, so Windhorst. Auch müsse das dritte Tertial im PJ frei wählbar bleiben, fordert er. „Mit einer Zwangsverpflichtung für die Allgemeinmedizin schrecken wir unseren Nachwuchs ab. Die Attraktivität der Allgemeinmedizin wird bei den Jungmedizinern dadurch gefährdet“. Auch die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland hat bereits gegen einen Zwangsabschnitt Allgemeinmedizin im PJ votiert. Die Medizinstudenten müssten auch zukünftig ihre Eignungen und Neigungen frei austesten können, so Windhorst.

Vor der Abstimmung über eine neue ärztliche Approbationsordnung am (morgigen) Freitag im Bundesrat spricht sich Windhorst gegen entsprechende Änderungen der medizinischen Ausbildungsabschnitte aus.

„In dieser Diskussion sollte man eher den betroffenen Medizinstudenten zuhören und ihre Wünsche anerkennen. Ihnen gehört schließlich die medizinische Zukunft. Durch Konfrontation mit den Studenten und Dirigismus gewinnen wir sicherlich nicht die dringend benötigten Nachwuchsmediziner. Wir dürfen die Studenten nicht gegen ihren Willen zwangsverpflichten.“ Es widerspreche auch der Freiheit von Lehre und Forschung, die Studenten durch Vorschriften zu gängeln. „Auch die Verbände müssen sich den Wünschen der angehenden Kolleginnen und Kollegen beugen können. Die Verbände müssen sich nach dem Nachwuchs richten, nicht der Nachwuchs nach den Verbänden.“ Es sei vielmehr notwendig, den Nachwuchs für die Allgemeinmedizin durch Anreize und eine gesteigerte Attraktivität des Berufes zu gewinnen, „nicht par ordre de mufti.“

Windhorst setzt sich für die Förderung der Allgemeinmedizin im besonderen sowie aller Fachrichtungen mit Mangelerscheinungen ein: „Der Mangel an ärztlichem Nachwuchs muss bekämpft werden. Wir wissen um die Not der Mangelfächer und fordern gerade für die Allgemeinmedizin besondere Konzepte im Studium.“ So will der Kammerpräsident die Allgemeinmedizin im Kanon der medizinischen Fakultäten stärken. Alle medizinischen Fakultäten müssten über einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin verfügen, fordert Windhorst.

 

Münster, 10. Mai 2012            17/12_hei