Alkohol: Kaufmöglichkeiten verringern, Suchtprävention stärken - Niedrigschwelliger Zugang zur ärztlichen Versorgung ist für Rauschtrinker überlebenswichtig

Eine Kostenbeteiligung von Eltern im Zusammenhang mit der Versorgung jugendlicher Rauschtrinker lehnt die Ärztekammer Westfalen-Lippe strikt ab. „Es wäre fatal, wenn durch eine solche Androhung medizinische Hilfe für die betroffenen Jugendlichen verzögert oder gar verhindert würde“, kommentiert der Präsident der Kammer, Dr. med. Theodor Windhorst. „Das öffentliche Desaster, wenn solch ein Rauschtrinken bekannt wird, ist Strafe genug für eine Familie und wird sie immer wieder an ihre Verantwortung erinnern.“ Drohungen würden nicht helfen, warnt der Kammerpräsident. „Lieber sollte die Politik vermehrt Suchtprävention fördern und es für Jugendliche noch schwerer machen, an Alkohol zu kommen. Das wäre ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsfürsorge und -vorsorge.“

Eine Kostenbeteiligung von Eltern im Zusammenhang mit der Versorgung jugendlicher Rauschtrinker lehnt die Ärztekammer Westfalen-Lippe strikt ab. „Es wäre fatal, wenn durch eine solche Androhung medizinische Hilfe für die betroffenen Jugendlichen verzögert oder gar verhindert würde“, kommentiert der Präsident der Kammer, Dr. med. Theodor Windhorst. „Das öffentliche Desaster, wenn solch ein Rauschtrinken bekannt wird, ist Strafe genug für eine Familie und wird sie immer wieder an ihre Verantwortung erinnern.“ Drohungen würden nicht helfen, warnt der Kammerpräsident. „Lieber sollte die Politik vermehrt Suchtprävention fördern und es für Jugendliche noch schwerer machen, an Alkohol zu kommen. Das wäre ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsfürsorge und -vorsorge.“

Dazu gehört nach Ansicht von Dr. Windhorst nicht nur eine konsequente Alterskontrolle beim Alkoholverkauf. „Auch die Zahl der Verkaufsstellen für Alkohol, etwa an Tankstellen und Kiosken, muss generell verringert werden, damit Alkohol nicht länger an jeder Ecke und praktisch rund um die Uhr verfügbar ist.“ Wie schon beim Nichtraucherschutz komme es auch beim Alkoholkonsum auf die Vorbildwirkung für Kinder und Jugendliche an. Zunächst und vor allem in der Familie – aber auch die Regelungen des NRW-Nichtraucherschutzgesetzes, die das Rauchen etwa auf Kinderspielplätzen untersagen seien wegweisend. Auch der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum, etwa auf öffentlichen Plätzen, an Bahnhöfen und Haltestellen, müsse grundsätzlich verboten werden.

Von zentraler Bedeutung, so Dr. Windhorst, sei die Suchtprävention. Dass groß angelegte Kampagnen wie die der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erste Erfolge zeigten, sei begrüßenswert. Die erschreckend hohe Zahl von 26349 Kindern und Jugendlichen, die im Jahr 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamts wegen akuten Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus stationär behandelt werden mussten, 1,4 % mehr als im Vorjahr, zeige aber den nach wie vor großen Handlungsbedarf. „Alkoholmissbrauch kann nicht nur akut lebensgefährlich sein, sondern auch gerade im Heranwachsen langfristige Gesundheitsschäden verursachen und der Einstieg in die chronische Erkrankung der Alkoholsucht sein. Die Folgen sind für die späteren Patienten und unser ganzes Gesundheitswesen dramatisch.“

 

Münster, 14.02.2013   05/13_kd