Ärztekammer warnt vor Down-Syndrom-Test – „Dreistes Marketing“ - Windhorst: Test spielt mit den Ängsten der Menschen

Der durch ein Biotechnologie-Unternehmen angekündigte vorgeburtliche Bluttest auf das Down-Syndrom ist nach Ansicht der Ärztekammer Westfalen-Lippe ein „reines Marketing-Instrument“ und führt derzeit nicht zu gesicherten medizinischen Erkenntnissen.

Der durch ein Biotechnologie-Unternehmen angekündigte vorgeburtliche Bluttest auf das Down-Syndrom ist nach Ansicht der Ärztekammer Westfalen-Lippe ein „reines Marketing-Instrument“ und führt derzeit nicht zu gesicherten medizinischen Erkenntnissen. Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst warnt deshalb vor dem Trisomie 21-Test und fordert in diesem Bereich eine stärkere Kontrolle durch das Medizinproduktegesetz. „Die Studienlage zu diesem Bluttest ist noch mehr als dürftig und zudem ausschließlich von Unternehmensseite initiiert“, kritisiert Windhorst. 

Ein baden-württembergisches Unternehmen will noch in diesem Jahr einen molekular-genetischen Test auf den Markt bringen, der nach Herstellerangaben eine Untersuchungsmethode zur Bestimmung des Down-Syndroms darstellt. Das zuständige Landessozialministerium hat diesen pränatalen Gentest nun für zulässig erklärt.

Windhorst: „Alle, die den Test wagen, sollten gewarnt sein. Die Wahrscheinlichkeit, vor der Geburt eines Kindes die richtige Entscheidung zu treffen, ist äußerst gering. Dieser Test spielt mit den Ängsten der Menschen, die befürchten, Eltern eines behinderten Kindes zu werden. Unabhängig von allen ethischen Aspekten sollte der Test auch nicht aus medizinischen Gründen in Anspruch genommen werden.“ Die Vermarktung des Tests mit Attributen wie fast 100prozentiger Sensitivität oder fast 100prozentiger Spezifität sei „bemerkenswert dreist“, so der Kammerpräsident.