Ärztekammer lädt zum Forum Kinderschutz in Bochum - Schutz vor Sucht ist Kinderschutz

Bei ihrem vierten Forum Kinderschutz rückt die Ärztekammer Westfalen-Lippe am Samstag (12. März) in Bochum das Thema „Schutz vor Sucht“ in den Mittelpunkt. „Aktuelle Umfragen belegen, dass die vielfältigen Präventionsmaßnahmen gegen Alkohol- und Tabakkonsum Wirkung zeigen. Prävention, die Sucht gar nicht erst entstehen lässt, ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben, um Gesundheitsgefahren von Kindern abzuwenden“, erläutert Ärztekammer-Präsident Dr. Theodor Windhorst. „Das ist eine Querschnittsaufgabe, die Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit vielen anderen Berufsgruppen angehen wollen.“ Das Forum Kinderschutz fördert seit 2008 regelmäßig berufsgruppenübergreifend den Austausch aller am Kinderschutz Beteiligten. „Denn die Folgen von Sucht bei Kindern und Jugendlichen betreffen nicht nur das Gesundheitswesen, sondern die gesamte Gesellschaft.“

Nach Erhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist der Alkoholkonsum bei Jugendlichen zwar rückläufig, bleibt aber auf hohen Niveau. „Mit Alkohol setzen sich Kinder und Jugendliche großen gesundheitlichen und sozialen Risiken aus“, erläutert Dr. Windhorst, besondere Sorge machten riskante Konsummuster wie das „Binge-Trinken“: Durchschnittlich jeder fünfte Zwölf- bis 17-jährige praktizierte es im Jahr 2010 mindestens einmal im Monat – manchmal bis ins Krankenhaus.

Abgenommen hat im vergangenen Jahr die Zahl Jugendlicher Raucher. Eine ermutigende Entwicklung, findet der Ärztekammer-Präsident, doch hier brauche es weiterhin alle Anstrengungen in der Prävention. „13 Prozent der Jugendlichen rauchen noch, und wer raucht, schädigt nicht nur seine Gesundheit, sondern ist in größerer Gefahr, auch andere Suchtstoffe zu konsumieren.“ Ein weiteres Arbeitsfeld der Suchtprävention, so der Ärztekammer-Präsident weiter, sei Medienmissbrauch. Ob Computerspiel oder Internet: „Auch hier gibt es längst Kinder und Jugendliche, die klassische Suchtverhaltensweisen zeigen und Hilfe brauchen.“

Beim vierten Forum Kinderschutz, zu dem rund 100 Ärztinnen, Ärzte und andere Fachleute erwartet werden, werden nach einem einführenden Fachvortrag praktische Beispiele für gelungene Präventionsprojekte zu verschiedenen Süchten präsentiert. Eine Podiumsdiskussion sucht zudem Antworten auf die Frage „Welche Präventionsmaßnahmen müssen ergriffen werden, damit unsere Kinder nicht abhängig werden?“