Ärztekammer fordert Handlungsfähigkeit für Transplantationsbeauftragte - Windhorst: Erfolg der Organspende steht und fällt mit der Solidarität der Bürger

Das neue Transplantationsgesetz wird sich an den zukünftig erreichten Organspende-Zahlen messen lassen müssen. „Dass das Parlament nun parteiübergreifend gemeinsam den neuen Kurs abgesteckt hat, eröffnet den Patienten auf der Warteliste für ein Organ größere Chancen“, begrüßt Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, das Gesetz. „Ich hoffe sehr, dass mit den neuen Regelungen nun endlich die Zahl der Spender und damit die Zahl der Patienten, denen wir mit einer Transplantation helfen können, deutlich steigt.“

Das neue Transplantationsgesetz wird sich an den zukünftig erreichten Organspende-Zahlen messen lassen müssen. „Dass das Parlament nun parteiübergreifend gemeinsam den neuen Kurs abgesteckt hat, eröffnet den Patienten auf der Warteliste für ein Organ größere Chancen“, begrüßt Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, das Gesetz. „Ich hoffe sehr, dass mit den neuen Regelungen nun endlich die Zahl der Spender und damit die Zahl der Patienten, denen wir mit einer Transplantation helfen können, deutlich steigt.“ 

In Zukunft soll von den Krankenkassen die Entscheidung zu einer möglichen Organspende erfragt werden. Die Ärztinnen und Ärzte in Westfalen-Lippe seien kompetente Ansprechpartner im Vorfeld dieser Entscheidung, betont der Ärztekammerpräsident im Vorfeld des „Tages der Organspende“ am kommenden Samstag. 

Nach Ansicht der Ärztekammer wäre eine „Widerspruchslösung“, nach der jeder als möglicher Spender gelte, der sich nicht gegenteilig äußere, eine geradlinigere Lösung für das Organspende-Problem gewesen. Nun müsse sich jeder aktiv zu dieser wichtigen Frage erklären, fordert Dr. Windhorst. „Der Erfolg der Organspende steht und fällt mit der Solidarität der Bürger.“ Eine rechtzeitig dokumentierte Entscheidung für oder auch gegen eine Organspende sichere das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen auf denkbar einfache Weise. „Wer selbst antwortet, muss nicht seine Angehörigen mit einer Entscheidung für oder gegen eine Organspende belasten und allein lassen. Und er kann ganz sicher sein, dass sein Wille respektiert wird.“

Der Gesetzgeber habe mit dem Transplantationsgesetz einen wichtigen Schritt unternommen, das grundgesetzliche Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit auch für Schwerstkranke zu realisieren. Verbesserungen fordert der Ärztekammerpräsident jedoch noch bei den Strukturen für die Organspende in den Krankenhäusern. „Die gesetzlich vorgeschriebenen Transplantationsbeauftragten, die wir in NRW bereits flächendeckend an den Kliniken haben, brauchen echte Handlungsfähigkeit. Sie müssen nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Arbeitsalltag den nötigen Freiraum für ihre Arbeit bekommen und notfalls auch freigestellt werden.“ Auch müssten Krankenhäuser in die Lage versetzt werden, kostendeckend die Entnahme gespendeter Organe durchzuführen. Die Ärztekammern unterstützten mit entsprechenden Fortbildungsangeboten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) schon seit langem die Qualifikation von Transplantationsbeauftragten.

Nach einem Rückgang der Zahlen im vergangenen Jahr hatte die Zahl der Organspender von Januar bis März dieses Jahres mit 79 in Nordrhein-Westfalen nach Angaben der DSO wieder das Niveau des gleichen Zeitraums im Jahr 2009 (78) erreicht.

Münster, 30.05.2012     20/12_kd