Ärztekammer fordert den Erhalt der Krankenkassenzuschläge für Brustzentren – Einstimmiges Votum der Kammerversammlung

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) setzt sich weiterhin für den Erhalt der Krankenkassenzuschläge für Brustzentren und damit für eine nachhaltige Finanzierung der in Nordrhein-Westfalen seit 15 Jahren erfolgreich etablierten Struktur der Brustzentren ein. Die Kammerversammlung der ÄKWL fordert deshalb den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) auf, Brustzentren auch zukünftig eigenständig als zuschlagsfähige Zentren vorzusehen, wie es in einem von der Versammlung einstimmig angenommenen Antrag des ÄKWL-Vorstandes heißt. Das Parlament der westfälisch-lippischen Ärzteschaft verlangt zudem von den Gesetzgebern auf Bundes- und Landesebene, den Ländern den erforderlichen Gestaltungsfreiraum zurückzugeben, um unter Berücksichtigung der Versorgungsstrukturen im jeweiligen Bundesland zuschlagsfähige Zentren über die Landeskrankenhausplanung auch ergänzend zu den G-BA-Vorgaben zu benennen. In diesem Zusammenhang begrüßt das Ärzte-Parlament das diesbezügliche Engagement der NRW-Landesregierung und des zuständigen Landtagsausschusses und spricht sich dafür aus, dieses Anliegen auf Landesebene auch weiterhin zu verfolgen.

Kammerpräsident Dr. Hans-Albert Gehle: „Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Neuregelung der Finanzierung von klinischen Spitzenzentren birgt zwei große Gefahren: zum einen für die bisher hohe Versorgungsqualität von Brustkrebspatientinnen, zum anderen für die flächendeckende und wohnortnahe Versorgung in Brustzentren.“ Bereits Mitte des Jahres hatte die ÄKWL auf die gravierenden Auswirkungen des G-BA-Beschlusses hingewiesen und dafür votiert, diese Änderungen zurückzunehmen.

Seit 2005 werden in Nordrhein-Westfalen Brustzentren ausgewiesen und erhielten bisher für ihre besonderen Leistungen einen finanziellen Ausgleich in Form eines Zuschlags. Die Brustzentren müssen dafür besondere Qualitätsanforderungen erfüllen, die über eine Standardversorgung bei Brustkrebs hinausgehen: zum Beispiel ein besonderes Qualitätsmanagementsystem, eine gesonderte Befragung der Patientinnen nach der Behandlung, eine spezielle „Brustsprechstunde“ oder eine psychoonkologische Betreuung. Der Zuschlag für die zusätzlichen Leistungen ist nach der G-BA-Entscheidung entfallen.

Gehle abschließend: „Diese bundesweit einmalige Struktur hat zu einer deutlichen Verbesserung der Versorgung von Brustkrebserkrankten geführt. Es ist zu befürchten, dass die Mehrleistungen der Brustzentren in NRW, die einen nachgewiesenen Qualitätszuwachs und Mehrwert für Patientinnen mit sich bringen, angesichts der fehlenden Finanzierung künftig nicht mehr erbracht werden können.“