09.09.2010

"TonArzt": Verbindung von Musik und Medizin - Vom Einfluss auf depressive Stimmungen und höherer geistiger Leistungsfähigkeit

Münster, 9. September 2010                  30/10_hei


Musik machen und Musik hören gehören zu den wichtigsten Freizeitaktivitäten der Menschen. Dass diese Tätigkeiten auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben können, zeigt die Veranstaltung „TonArzt – Musik als Medikament“, zu der die  Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Münsteraner Pianist Jürgen Bleibel einladen. „TonArzt“ bringt am 30. September 2010 schon zum zweiten Mal wieder Musik und Medizin in Verbindung und verdeutlicht den Einfluss der Klänge auf das gesundheitliche Wohlbefinden.

Referenten sind Prof. Dr. Dr. Bettina Pfleiderer vom Institut für klinische Radiologie der Universität Münster und Prof. Dr. Eckart Altenmüller, Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin der Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Prof. Pfleiderer untersucht die Verarbeitung von Tönen und Musik im Gehirn von Gesunden und Menschen mit verschiedensten Krankheitsbildern mittels bildgebenden funktionellen Verfahren. Ein Ergebnis ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ist beispielsweise: Nach einer Musiktherapie besserte sich die Stimmung von depressiven Brustkrebspatientinnen deutlich, das Aktivierungsmuster bestimmter Hirnareale glich sich dem von gesunden Vergleichspersonen an. „Unsere Studie hat gezeigt, dass Musiktherapie einen positiven Einfluss auf die Stimmung bei Patientinnen mit einer reaktiven depressiven Episode nach einer Brustkrebs-Erkrankung hat“, so Pfleiderer.

Prof. Dr. Altenmüller sagt, Musizieren sei eine der anspruchsvollsten Leistungen des menschlichen Zentralnervensystems, „bei der ungeheure Mengen an eingehenden Informationen von Millionen Sinneszellen ständig ausgewertet und in die Planung der neuen Bewegungen miteinbezogen werden“. Musizieren stelle für die Menschen eine Situation der „angereicherten Umgebung“ dar, die wiederum zu höherer Synapsendichte, zu vermehrtem Wachstum von Nervenzellfortsätzen und zu einem höheren Gehirngewicht führe. „Die Konsequenz daraus ist, dass es nicht nur nie zu spät ist, sondern dass das Erlernen eines Instrumentes auch in höherem Erwachsenenalter sich günstig auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirkt.“

Musikalisch wird die Veranstaltung begleitet von Jürgen Bleibel, Prof. Dr. Wolfgang Bleibel und Prof. Dr. Eckart Altenmüller. Während Jürgen Bleibel sich als Pianist und Klarinettist sowohl im Jazz als auch in der Klassik einen Namen gemacht hat, verbindet sein Bruder Wolfgang beide Musik-Welten als Professor für Jazzsaxophon am Institut für Jazz der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar, dessen Direktor er ist. Der zweite „TonArzt“-Abend am 30. September beginnt um 19.00 Uhr im Ärztehaus Münster (48147 Münster, Gartenstraße 210-214). Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung nicht erforderlich.

 

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