14.01.2020

ÄKWL-Spitze erinnert an gesellschaftspolitische Verantwortung für die Patienten auf der Warteliste – Reform der Organspende: Gehle und Reinhardt für die Einführung der Widerspruchslösung

Vor der Entscheidung des Deutschen Bundestages über die Reform des Organspende-Gesetzes am kommenden Donnerstag sprechen sich der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Hans-Albert Gehle, und der Vizepräsident Dr. Klaus Reinhardt erneut für die Einführung der Widerspruchslösung aus. „Die Steigerung der Organspendezahlen war, ist und bleibt ein zentrales gesundheitspolitisches Anliegen der Ärztekammer“, so die ÄKWL-Spitze. Dafür sei die von Bundesgesundheitsminister Spahn vorgeschlagene Widerspruchslösung das richtige Instrument. Bereits Mitte des vorvergangenen Jahres hatte die Kammerversammlung der ÄKWL für die Widerspruchslösung mit Veto-Recht votiert und strukturelle Verbesserungen im Transplantationswesen angemahnt. Kammerpräsident Gehle: „Die Widerspruchslösung ist auch eine Entscheidungslösung. Der Mensch hat zu Lebzeiten die Freiheit, sich beim Thema Organspende zu entscheiden und nimmt so den Druck von den Angehörigen.“

Gehle und Reinhardt appellieren an das gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein der Bundestagsabgeordneten, „die mit der Reform der Organspende über das Schicksal der kranken Menschen auf der Warteliste entscheiden“. Es sei ein Akt der Menschlichkeit und Nächstenliebe, sich zu einer Organspende zu entschließen. „Diese Entscheidung können wir von den Menschen auch erwarten. Wer zu einer Spende nicht bereit ist, kann dies per Widerspruch hinterlegen. Es besteht also kein Zwang zur Spende“, so Gehle. Zudem bestehe bei der Widerspruchslösung auch eine Veto-Möglichkeit der Angehörigen. Die derzeit gültige Zustimmungslösung, bei der Menschen ihre Spendebereitschaft erklären müssen, habe nicht zu der erhofften Steigerung der Organspenden geführt. „Nun ist es Zeit für einen neuen Schritt weiter.“

Es sei „gesundheitspolitisch ein Unding, dass Deutschland in der Transplantationsmedizin weiterhin ein Organ-Importland ist“, kritisiert Reinhardt, aber zu wenig für die Steigerung der eigenen Organspendebereitschaft tue. „Wir können nicht immer nur nehmen.“ Neben der Einführung der Widerspruchslösung wünscht sich Reinhardt auch die Einrichtung eines bundesweiten Organspende-Registers zur besseren Koordination der Organtransplantationen.
 
Für Gehle und Reinhardt ist es auch wichtig, das Vertrauen der Bevölkerung in das Organspendesystem wieder zu stärken. Die Bevölkerung müsse sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzen. Etwaige Ängste gelte es abzubauen. Die Hirntod-Diagnostik sei nach wie vor ein sicheres, transparentes sowie wissenschaftlich basiertes System. Die Menschen müssten keine Angst vor etwaigem Missbrauch haben.

Die Zahl der Organspender ist nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. 2019 spendeten 932 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe für eine Transplantation. Nordrhein-Westfalen bleibt mit 179 Organspenden Schlusslicht im Ländervergleich. Demgegenüber stehen bundesweit über 9000 Patienten auf der Warteliste für ein neues lebensrettendes Organ.

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