15.05.2018

ÄKWL-Präsident Windhorst begrüßt Ärztetags-Beschlüsse - „Ärzteschaft gestaltet Patientenversorgung der Zukunft aktiv mit“

„Mit den Beschlüssen des jüngsten Deutschen Ärztetages gestaltet die Ärzteschaft die Patientenversorgung der Zukunft aktiv mit“: Dr. med. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, begrüßt die zahlreichen wegweisenden Entscheidungen des Ärzteparlaments, das in der vergangenen Woche in Erfurt tagte. Behandlung, Beratung und Prävention für Patienten und Bürger könnten so weiter verbessert werden, erläutert Dr. Windhorst und nennt als Beispiel die Aufhebung des „Fernbehandlungsverbots“: „Hier wurde durch Änderung des ärztlichen Berufsrechts die Tür aufgestoßen, die vielfältigen Möglichkeiten der Telemedizin in vernünftiger Weise in den Versorgungsalltag einzubinden. Patientinnen und Patienten können davon unmittelbar profitieren.“

So könne der Einsatz von Kommunikationsmedien dazu beitragen, Wege und Wartezeiten zu verkürzen. Dabei müsse Patienten jedoch immer freigestellt sein, welche Art des Arztkontakts sie wählen: „Wer die digitalen Wege nicht nutzen möchte, braucht nicht zu befürchten, schlechter behandelt zu werden“, stellt der Kammerpräsident klar. Das persönliche Gespräch zwischen Patient und Arzt sei weiterhin „Goldstandard“, die Vertrauensebene zwischen ihnen bleibe in Kontinuität erhalten.

Als entscheidenden Schritt zur Sicherung der Versorgungsqualität sieht Dr. Windhorst die Novellierung der ärztlichen Weiterbildungsordnung, die der Ärztetag beschloss. „Sie ist die Basis für die hohe Qualität der Patientenversorgung, die durch die Qualifikation der Ärztinnen und Ärzte gesichert bleibt.“ Mit der Neufassung der Weiterbildungsordnung auf der Basis nachgewiesener Kompetenzen trage die Ärzteschaft dem fortschreitenden Wissen in der Medizin und den Entwicklungen in Praxis und Krankenhaus Rechnung. „So ist gesichert, dass Ärztinnen und Ärzte fachlich auf dem aktuellen Stand sind. Darauf können Patientinnen und Patienten weiterhin vertrauen.“ Der Ärztetag habe zudem die Absicht von CDU und SPD begrüßt, das zulässige Behandlungsspektrum von Heilpraktikern auf den Prüfstand zu stellen. „Ein richtiger Schritt im Interesse der Patientensicherheit und der wissenschaftlich gesicherten Anwendung der Heilkunde“, so Dr. Windhorst.

Nach wie vor sieht die Ärzteschaft Prävention und Gesundheitserziehung als wichtigen Beitrag zur Gesundheit jedes Einzelnen. „Der Ärztetag hat deshalb die Länder aufgefordert, Gesundheitserziehung in die Lehrpläne der Schulen aufzunehmen“, erläutert Dr. Windhorst. Das Ärzteparlament habe überdies die Bundesregierung daran erinnert, die bereits seit langem geplanten Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Tabakkonsum wie ein Verbot von Tabak-Außenwerbung endlich umzusetzen.

Nicht zuletzt habe der Ärztetag Impulse für aktuelle gesellschaftspolitische Debatten geliefert. „Die Ärzteschaft tritt bei der Organspende nun ausdrücklich für die Einführung einer Widerspruchslösung ein, um die Zahl der Organspenden zu erhöhen“, unterstreicht Dr. Windhorst, der sich bereits seit langem für eine solche Regelung eingesetzt hat. Mit den bisherigen Appellen zur Meinungsbildung und Entscheidung zur Organspende sei offensichtlich keine Steigerung mehr zu erreichen. „Dabei muss sich dringend etwas tun, denn für die Menschen auf der Warteliste für ein neues Organ ist die Zeit knapp.“ Eine Gesetzesänderung sei überfällig: Jeder, der nicht zu Lebzeiten ausdrücklich das Gegenteil erkläre, müsse automatisch als Organspender in Frage kommen dürfen. Dieser Weg werde in vielen anderen Ländern bereits erfolgreich beschritten. Erst unlängst hätten sich auch die Niederlande und die Schweiz in diesem Sinne entschieden.

Darüber hinaus habe sich der Ärztetag zum Werbeverbot für Abtreibungen positioniert. Ziel sei es, Transparenz und Information für die Betroffenen mit niedrigschwelligen Angeboten unter Erhalt des § 219a StGB zu ermöglichen. Das Ärzteparlament trete für eine Beibehaltung des Verbots im Gesetz ein – befürworte jedoch gleichzeitig eine Stärkung neutralerInformations- und Beratungsangebote.

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