Konflikte im Arzt-Patienten-Verhältnis/Patientenbeschwerden

Wie und wo kann man sich beschweren?

Auch wenn Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zufrieden sind, kann es im Einzelfall durchaus zu Spannungen und Konflikten kommen. Ergibt sich daraus für Sie ein Grund zur Beschwerde, können Sie sich mit Ihrem Anliegen an die Ärztekammer wenden.

Bevor Sie sich hierzu entschließen, ist es erfahrungsgemäß ratsam und sinnvoll, zunächst noch einmal das Gespräch mit dem Arzt zu suchen. Hierdurch können eventuelle Missverständnisse vermieden bzw. aufgeklärt werden. Bedenken Sie bitte auch, dass eine Beschwerde möglicherweise das ursprünglich gute Vertrauensverhältnis des Arztes zu Ihnen beeinträchtigen und zum Abbruch des Behandlungsverhältnisses führen kann.


Was ist zu beachten?

Beschwerden müssen schriftlich eingereicht werden und von Ihnen unterzeichnet sein. Notwendig ist eine genaue Schilderung der Tatsachen und Umstände, die - soweit Ihnen dies möglich ist - auch belegt werden sollten (z. B. bisheriger Schriftverkehr, Entlassungsberichte etc.). Bitte machen Sie Angaben zu Ihrer Person bzw. des betroffenen Patienten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Anschrift). Nennen Sie unbedingt den Namen und die Anschrift des Arztes (ggfs. die Tätigkeitsadresse), über den Sie sich beschweren wollen. Geben Sie für eventuelle Rückfragen bitte zusätzlich zu Ihrer Anschrift auch Ihre Telefonnummer und - falls vorhanden - Ihre E-Mail-Adresse an.

Im Rahmen der Bearbeitung der Beschwerde kann es erforderlich sein, vom Arzt dessen Aufzeichnungen (d. h. Ihre Behandlungsunterlagen) anzufordern. Fügen Sie deshalb Ihrer Beschwerde eine Erklärung bei, mit der Sie den Arzt von seiner Schweigepflicht entbinden. Sofern eine Betreuung eingerichtet wurde, ist die Erklärung durch den Betreuer zu unterzeichnen und eine beglaubigte Kopie des Betreuerausweises beizufügen.

Ihr Schreiben wird dem Arzt zur Stellungnahme zugeleitet. Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, kann eine Bearbeitung nicht erfolgen.

 

Wichtige Hinweise

  • Die Ärztekammer Westfalen-Lippe ist zuständig für die Prüfung von Beschwerden gegen in ihrem Bereich tätige Ärztinnen und Ärzte. Beanstandungen z. B. pflegerischer Leistungen in einem Krankenhaus müssten Sie an anderer Stelle (zum Beispiel beim Krankenhausträger unmittelbar oder aber bei der für die Krankenhausaufsicht zuständigen Bezirksregierung) vorbringen. Wenn Sie sich über z. B. nur organisatorische Abläufe in einer Arztpraxis oder über das Verhalten von in der Praxis tätigen Mitarbeiterinnen beschweren wollen, tun Sie dies am besten unmittelbar beim Arzt.

    Einwände gegen ein ärztliches Gutachten können im Regelfall nur geltend gemacht werden, indem man als Betroffener gegenüber dem Auftraggeber anregt, ein weiteres ärztliches Gutachten einzuholen. Wegen der insoweit bestehenden ärztlichen Unabhängigkeit überprüft die Ärztekammer grundsätzlich nicht die Frage, ob ein ärztliches Gutachten inhaltlich richtig ist oder nicht.

    Die Adresse der Ärztekammer Westfalen-Lippe lautet: Gartenstraße 210-214, 48147 Münster. Richten Sie Ihre Beschwerde an das „Ressort Recht“. Das Ressort Recht ist der richtige Ansprechpartner bei Fragen zu Patientenrechten oder einem Verdacht auf einen Verstoß gegen die Berufsordnung der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Eine Bearbeitung erfolgt zudem durch die örtlich jeweils zuständigen Verwaltungsbezirke der Kammer. Einzelheiten zu den Aufgaben und Tätigkeitsfeldern: Ressort Recht.

  • Falls Sie eine privatärztliche Honorarrechnung überprüfen lassen bzw. sich insoweit offiziell über einen im Bereich der Ärztekammer Westfalen-Lippe tätigen Arzt beschweren wollen, ist für Sie das Referat Gebührenordnung die richtige Stelle. Die Adresse lautet ebenfalls: Gartenstraße 210-214, 48147 Münster. Benötigt wird der relevante Schriftverkehr, insbesondere die Honorarrechnung und im Falle eines operativen Eingriffs der Operationsbericht.

  • Zuständig für Beschwerden aus dem vertragsärztlichen Bereich (bei Problemen im Zusammenhang mit dem Ausstellen von Verordnungen für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel oder von Überweisungen oder wenn es um das Beachten der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien geht) ist primär Ihre Krankenkasse und auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe. Letztere kann eine Überprüfung des von Ihnen beanstandeten Verhaltens im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit dem Vertragsarztrecht veranlassen bzw. selbst durchführen. Auch insoweit müssten Sie Ihre Beschwerde bitte schriftlich abfassen und zwar an: Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (Beschwerdemanagement), Robert-Schimrigk-Str. 4/6, 44141 Dortmund.

  • Wenn Sie den Verdacht haben, bei Ihnen könnte es zu einer fehlerhaften Behandlung mit gesundheitlichen Nachteilen gekommen sein, können Sie sich an die Gutachterkommission für Arzthaftpflichtfragen der Ärztekammer Westfalen-Lippe (Gartenstraße 210-214, 48147 Münster) wenden. Diese prüft dann - sofern der von dem Vorwurf betroffene Arzt einverstanden ist - für Sie kostenlos die Berechtigung des Behandlungsfehlervorwurfs. Nähere Einzelheiten zu dem Verfahren und den von Ihnen in diesem Zusammenhang erwarteten Erklärungen finden Sie im Internetangebot der Gutachterkommission.

Bitte verwenden Sie wenn eben möglich das Beschwerdeformular sowie die Schweigepflichtsentbindungserklärung bzw. das Antragsformular, wenn es um einen Behandlungsfehlervorwurf geht, und schicken diese und weitere erforderliche Unterlagen per Post an die richtige Stelle (s. o.). 

Stand: 02/2014

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