Aktivitäten im Bereich Sucht und Drogen

Die Beratungskommission "Sucht und Drogen" hat auch 2002 die gezielte Beratung, Fortbildung und Information der Ärzte und aller an der Behandlung drogenabhängiger bzw. suchtkranker Patienten beteiligten Berufsgruppen übernommen. Dies umfasst das gesamte Spektrum der Suchterkrankungen.

2002 wurden in den fünf Sitzungen der Beratungskommission 237 Einzelfälle beraten und beschieden. 

Neben den Sitzungsterminen ergaben sich für die einzelnen Mitglieder der Beratungskommission unzählige Einzelkontakte und Konsultationen in allen - auch praktischen - Fragen hinsichtlich der Durchführung einer qualifizierten Substitutionsbehandlung sowie genereller Fragestellungen hinsichtlich der Behandlung suchtkranker Patienten.

Weiterhin waren die Mitglieder der Kommission und die zuständige hauptamtliche Referentin zu zahlreichen Veranstaltungen als Referenten oder Sachverständige eingeladen. Darüber hinaus vertreten sie die Ärztekammer Westfalen-Lippe in diversen Gremien und Arbeitsgruppen, die im Bereich "Sucht und Drogen" tätig sind.

So wurde unter Mitarbeit der Ärztekammer Westfalen-Lippe in der Arbeitsgruppe "Verbesserung der Versorgung minderjähriger Suchtkranker" im Rahmen des Landesprogramms gegen Sucht ein Rahmenkonzept zum qualifizierten Entzug für Kinder und Jugendliche erarbeitet und ein Zwischenbericht zur Versorgungssituation in der Entzugsbehandlung behandlungsbedürftiger Minderjähriger und Heranwachsender erstellt. 

Unter Federführung der Ärztekammer Westfalen-Lippe wurde der 2. Nordrhein-Westfälische Kooperationstag "Sucht und Drogen", der am 22.02.2003 in Dortmund stattfinden wird, inhaltlich und organisatorisch vorbereitet. Erstmalig wird zu dieser Veranstaltung auch die allgemeine Öffentlichkeit eingeladen.

Neben den Beratungen zur qualifizierten Substitutionsbehandlung befasst sich die Kommission auch mit weiteren Fragestellungen.

Die Beratungskommission erarbeitete Stellungnahmen zu Auswirkungen der BetäubungsmittelVerschreibungsverordnung (BtMVV) auf die Praxis der Substitutionstherapie Opiatabhängiger. Im Mai 2002 wurden die Richtlinien der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht und haben damit einen hohen Verbindlichkeitscharakter für alle Ärzte und Ärztinnen. Viele inhaltliche Anregungen und Vorschläge der Beratungskommission wurden in diese Richtlinien aufgenommen.

Die Beratungskommission gab eine Stellungnahme zu den Eckpunkten für den Aktionsplan Drogen und Sucht der Bundesdrogenbeauftragten ab.

Mitglieder der Beratungskommission waren an der Auswertung der in Westfalen-Lippe durchgeführten Langzeitverordnung von Benzodiazepinen beteiligt. 

Die Beratungskommission war auch 2002 maßgeblich an der inhaltlichen Ausgestaltung des 50-Stunden-Kurses Fachkunde "Suchtmedizinische Grundversorgung" sowie an weiteren spezifischen Fortbildungsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Akademie für ärztliche Fortbildung beteiligt.

  • Psychotherapie in der Suchtmedizin
  • Kinder von Suchtkranken
  • Psychiatrische Notfälle
  • Spielsucht
  • Nikotinentwöhnung in der ärztlichen Praxis
  • Motivierende Gesprächsführung und Kurzintervention bei Patienten mit Alkoholproblemen
  • Motivierende Gesprächsführung für Patienten mit Suchtproblemen

Folgende Informationen und Veröffentlichungen zum Thema "Sucht und Drogen" erschienen 2002 im Westfälischen Ärzteblatt:

  • Handbuch hilft Substitution in der Praxis zu organisieren (01/2002)
  • Zwei Jahre ASTO-Projekt: "Wir sind besser geworden" (01/2002)
  • Neuer Leitfaden für Kurzintervention bei Alkoholproblemen (002/2002)
  • Detailreich und auf dem Weg zum Standardwerk: das ASTO-Handbuch (03/2002)
  • Das ASTO-Projekt geht in die zweite Runde (05/2002)
  • Ab 1. Juli: Substitutions-Patienten an Register melden (06/2002)
  • Substitution Opiatabhängiger: neue Register-Regelung ist nun in Kraft (07/2002) 
  • Riskanter Alkoholkonsum: Screening und Kurzintervention (09/2002) 

Die Geschäftsstelle der Beratungskommission wurde mit mehreren hundert Anfragen von Ärzten, weiteren Berufsgruppen, Behörden und Institutionen frequentiert. Neben ausführlichen persönlichen Beratungen wurden z.T. umfangreiche Recherchen zu speziellen Fragestellungen durchgeführt sowie Fachliteratur bereitgestellt, zweimal wurde der "Informationsdienst" an interessierte Ärzte und weitere Institutionen verschickt. 

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Beratungskommission sowie der Geschäftsstelle war die Fortführung des Projektes: Qualitätssicherung in der ambulanten Substitutionstherapie Opiatabhängiger (Projekt ASTO). Bundesweit wurden bereits mehr als 700 Exemplare des ASTO-Handbuchs angefordert. Darüber hinaus wurde das Handbuch auf Einladung des Bundesamtes für Gesundheit der Schweiz im Rahmen eines Forscher-Praktiker-Kongresses in Zürich vorgestellt.

Durch finanzielle Förderung des Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes NRW sowie des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung ist die Fortführung des Projekts ASTO bis zum 31.12.2004 gesichert. In dem Folgeprojekt geht es um die Implemtierung von Qualitätsmanagement mit dem ASTO-Handbuch in der Praxis. Im Jahr 2002 wurden umfassende Informationsveranstaltungen zum ASTO-Handbuch in Nordrhein-Westfalen angeboten. Die Veranstaltungen richteten sich an Ärzte und Ärztinnen, Arzthelferinnen sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem Bereich der Suchtkrankenhilfe. Insgesamt besuchten 240 Teilnehmer die vier Informationsveranstaltungen. Darüber hinaus wurde das ASTO-Handbuch in regionalen "Substitutions"-Arbeitskreisen und Qualitätszirkeln vorgestellt.
Auf der Grundlage methodisch etablierter Verfahren wurde das "ASTO-Coaching-Modell: Qualitätsorientiertes Management der Substitutionstherapie im Praxisalltag" entwickelt. Dieses Modell wird im Jahr 2003 mit ausgesuchten Praxen erprobt und weiterentwickelt. 

Vorstandsbericht

Der Bericht des Vorstandes für das Jahr 2018 liegt nun vor. Sie erhalten einen Überblick über die Arbeit der Ärztekammer Westfalen-Lippe im zurückliegenden Berichtsjahr.  [mehr...]

CIRS-NRW

Critical Incident Reporting-System for Medical Care Nordrhein-Westfalen ist ein anonymes Berichts- und Lernsystem für kritische Ereignisse und Beinahe-Schäden in der Medizin.  [mehr...]

Ethikforum 2019

Unter dem Titel "Genetische Tests - Nichtinvasive Untersuchungsmetho-
den zur Feststellung von Trisomie 21" lädt die Ärztekammer Westfalen-Lippe am 6. November 2019 zum diesjährigen Ethikforum nach Münster ein.  [mehr...]