Häusliche Gewalt erkennen und handeln

Häusliche Gewalt macht krank. Deshalb ist häusliche Gewalt nicht nur ein rechtliches und gesellschaftliches Problemfeld - häusliche Gewalt geht vielmehr insbesondere auch Ärztinnen und Ärzte unmittelbar etwas an. Sie sind häufig erste und einzige Anlaufstelle für Betroffene. Und ihnen kommt eine besondere Rolle bei der Erkennung von Gewalttaten und der Betreuung der Gewaltopfer zu.

Zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung gewaltbetroffener Frauen und Familien werden auch hierzulande vielfältige Anstrengungen unternommen. So hat etwa das nordrhein-westfälische Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und gemeinsam mit der Landesgesundheitskonferenz Nordrhein-Westfalen im Juni 2004 ein Eckpunktepapier "Häusliche Gewalt - die Rolle des Gesundheitswesen" vorgelegt. Das Papier wurde mit Vertreterinnen und Vertretern des Vorbereitenden Ausschusses der Landesgesundheitskonferenz und weiteren Expertinnen und Experten des Gesundheitswesens erarbeitet und von der Landesgesundheitskonferenz verabschiedet. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe war an der Entwicklung des Empfehlungspapiers beteiligt. Darin werden konkrete Handlungsansätze formuliert, die auf das Ziel einer Optimierung der gesundheitlichen Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt ausgerichtet sind.

Im Folgenden finden Sie - neben dem Eckpunktepapier - weitere Informationen und Materialien zum Themenkomplex "Häusliche Gewalt":

"Häusliche Gewalt - die Rolle des Gesundheitswesens", Gemeinsame Empfehlungen des Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie und der Landesgesundheitskonferenz Nordrhein-Westfalen

Hilfestellung:

Hilfestellung bei der täglichen Arbeit in Klinik und Praxis bietet der Leitfaden "Diagnose: Häusliche Gewalt". Gleichzeitig wurden Dokumentationsbögen zusammengestellt, mit deren Hilfe Ärztinnen und Ärzte entsprechende Untersuchungsergebnisse festhalten können. 

Der Leitfaden ist das Ergebnis gemeinschaftlicher Arbeit der Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, des Instituts für Rechtsmedizin des Klinikums der Universität Köln, der Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW, des Landesinstituts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst NRW und der nordrhein-westfälischen Psychotherapeutenkammer. 

Auf der Grundlage bereits vorliegender und bewährter Materialien wurden Aktualisierungen vorgenommen und ergänzende Aspekte beleuchtet - etwa der Bereich der psychischen und psychosomatischen Symptomatik und praktische Hinweise zur rechtlichen Situation.


Gefördert wurde er mit Mitteln der nordrhein-westfälischen 
Ministerien für "Generationen, Familie, Frauen und Integration" und "Arbeit, Gesundheit und Soziales".

Informationen: 

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA) gibt auf seinen Internet-Seiten unter der Rubrik „Gewalt gegen Frauen“ eine Vielzahl von Informationen und Hinweisen auf Beratungs- und Hilfeangebote für von Gewalt betroffene Frauen.

Auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hält auf seinen Internet-Seiten unter der Rubrik „Frauen vor Gewalt schützen“  vielfältige Informationen, Materialien und Links bereit.
Das von dem gemeinnützigen Verein Cream e. V. (Berlin) getragene und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Webportal www.ava2.de informiert schnell und übersichtlich über Warnsignale, Gesprächstrategien und rechtsverwertbare Befunddokumentation.


Veröffentlichungen:

Kinder- und Jugendgesundheit

Die ÄKWL bietet Informationen zum Thema "Missbrauch und Vernachläs-
sigung bei Kindern und Jugendlichen erkennen und ärztlich behandeln".  [mehr...]

Vorstandsbericht

Der Bericht des Vorstandes für das Jahr 2018 liegt nun vor. Sie erhalten einen Überblick über die Arbeit der Ärztekammer Westfalen-Lippe im zurückliegenden Berichtsjahr.  [mehr...]

Versorgung von Flüchtlingen

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe bietet hier Ärztinnen und Ärzten gebündelte Informationen und Materialien zu diesem Thema.  [mehr...]