Geriatrische Grundversorgung (ehem. Hausärztliche Geriatrie)

 

Strukturierte Curriculäre Fortbildung "Geriatrische Grundversorgung"
(ehem. "Hausärztliche Geriatrie) gemäß Curriculum der Bundesärztekammer
Blended-Learning-Angebot


Die Akademie für medizinische Fortbildung bietet die strukturierte curriculäre Fortbildung "Geriatrische Grundversorgung" gemäß Curriculum der Bundesärztekammer an.

Für Ärztinnen und Ärzte in Westfalen-Lippe ist der Erwerb dieser Qualifikation ankündigungsfähig.

In einer immer älter werdenden Gesellschaft müssen Ärzte/innen immer häufiger multimorbide Patienten betreuen. Geriatrische Patienten stellen oft aufgrund atypischer oder multikausal bedingter Symptome und Syndrome sowie mehrdimensionaler Behandlungsansätze diagnostische und therapeutische Herausforderungen dar. Oft werden diese zusätzlich von vielen sozialen und ethischen Fragen an die behandelnden Ärzte/innen begleitet. Die Betreuung dieser Patienten ist in der Regel eine komplexe Langzeitversorgung, deren Ziel nicht nur am kurativen Erfolg, sondern vor allem am Erhalt der Selbstständigkeit und der Lebensqualität gemessen werden muss.

Die erste Stufe der Weiterentwicklung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) wurde zum 1. Oktober 2013 umgesetzt, darin enthalten ist auch die Anpassung der geriatrischen Versorgung für Patienten ab dem vollendeten 70. Lebensjahr im hausärztlichen Bereich. Ebenso wurde im Sommer 2013 der Krankenhausplan NRW 2015 verabschiedet, in dem der geriatrische Versorgungsverbund als Netzwerk von stationären und ambulanten Strukturen eine große Rolle spielt und in dem die enge Zusammenarbeit von Hausärzten mit geriatrischen Einrichtungen unterstrichen wird. Ziel ist, dass ältere Patienten ab dem 75. Lebensjahr mit alterstypischer Vulnerabilität, Multimorbidität und/oder Behinderung frühzeitig identifiziert und der ambulanten und/oder stationären geriatrischen Versorgung zugeführt werden.

Der 115. Deutsche Ärztetag 2012 hat den Vorstand der Bundesärztekammer dazu aufgefordert, sich für die Konzipierung einer bedarfsorientierten, praxisnahen geriatrischen und gerontopsychiatrischen Fortbildung einzusetzen. Mit der Strukturierten curriculären Fortbildung „Geriatrische Grundversorgung“ hat der Deutsche Senat für ärztliche Fortbildung der BÄK diesem Anliegen entsprochen. Die Akademie für medizinische Fortbildung der ÄKWL und der KVWL bietet mit diesem 60 U.-Std. umfassenden Curriculum eine praxisnahe bedarfsorientierte und ankündigungsfähige Fortbildung für diejenigen Ärzte/innen, die alte multimorbide Patienten betreuen.

Die Fortbildung beginnt mit einer interaktiven Telelernphase in der die theoretischen Grundlagen aus den verschiedenen Themenbereichen des Curriculums (12 U.-Std.) bearbeitet werden. Daran schließt sich die Präsenzphase an, die eine Vertiefung und Erweiterung des Grundlagenwissens in Bezug auf die einzelnen Inhalte des Curriculums (48 U.-Std.) zum Ziel hat.

 

 

Inhalte der Telelernphase

  • Besonderheiten des alten Patienten
    Alter, Alternsphysiologie und Multimorbidität, Alternstheorien, Altersbilder in der Gesellschaft, Ageism, Definition des geriatrischen Patienten, Definition Geriatrie, Prävention in der Geriatrie – Alter und Sport
  • Syndrome und Altersspezifika ausgewählter Erkrankungen
    Versorgung chronischer Wunden, Wundarten, Dekubitus, Ernährungstherapie incl. Sondenernährung (PEG) im Altenheim und zu Hause, Osteoporose, Degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
  • Geriatrisches Basis-Assessment
    Definition Geriatrisches Screening/Assessment, Geriatrisches Basis-Assessment
  • Rechtliche und ethische Grundlagen
    Aktuelle Entwicklungen zur Geriatrie in SGB V, IX, XI, XII, Betreuungsgesetz, Vorsorgevollmacht, Lebensqualität und Autonomie im Alter
  • Arzneimitteltherapie, Heil- und Hilfsmittelverordnung im Alter
    Arzneimitteltherapie (Polymedikation)
  • Erarbeitung eines Falles aus eigener Praxis nach genannten Vorgaben

 

Inhalte der Präsenzphase

  • Besonderheiten des alten Patienten
    Soziodemographische Daten, Teamkonzept, Versorgungsmöglichkeiten und -einrichtungen, integrierte Versorgungsangebote (einschl. EVA, EVA-NP), Geriatrie zwischen Akutmedizin und Rehabilitation - ambulant und stationär (Deutschland), Molekularbedingtes Altern, Altwerden als Selbsterfahrung (instant aging)
  •  Syndrome und Altersspezifika ausgewählter Erkrankungen
    Hauterkrankungen, Malnutrition, Exsikkose, Elektrolytstörungen (Ess-, Trink- und Schluckstörungen), Harninkontinenz, Obstipation und Stuhlinkontinenz, Mundgesundheit (einschl. Tracheostoma: Pflege und Wechsel), Schwindel, Immobilität, Sarkopenie, Frailty (Gebrechlichkeit), Sturzsyndrom, Sturz-prophylaxe, Indikation zum Wohnortwechsel (einschl. Umgang mit Angehörigen, Zusammenarbeit mit Pflegeeinrich-tungen), Neurodegenerative und gerontopsychiatrische Krankheitsbilder (Schlaganfall, Morbus Parkinson, Delir, Depression, Demenz, Sucht), Schlafstörungen, Chronischer Schmerz, Störungen der Sinnesorgane – Augenerkrankungen (Sehstörungen im Alter), Störungen der Sinnesorgane – Hörstörungen, Periphere arterielle und venöse Durchblutungsstörungen, Alter und Herz, Schwindelübungen und Schluckstörungsübungen
  • Fehlermanagement (CIRS)
    Fehlermanagement – Critical Incident Reporting System (CIRS) (einschl. andere Einrichtungen geriatrischer Versorgung)
  • Geriatrisches Basis-Assessment
    Definition Geriatrisches Screening/Assessment, Geriatrisches Basis-Assessment
  • Rechtliche und ethische Grundlagen
    Aktuelle Entwicklungen zur Geriatrie in SGB V, IX, XI, XII, Betreuungsgesetz, Vorsorgevollmacht, Lebensqualität und Autonomie im Alter, Fahreignung im Straßenverkehr, Gren-zen diagnostischer und rehabilitativer Maßnahmen/Palliative Maßnahmen, Todesnähe, Gewalt zu Hause und im Altenheim (Erfahrungsaustausch)
  • Arzneimitteltherapie, Heil- und Hilfsmittelverordnung im Alter:
    Heil- und Hilfsmittelverordnung im Alter, Wohnraumanpassung, Polymedikation, rationale Medikamentenreduktionsstrategien und rationale Versorgung höhergradig pflegebedürftiger Patienten
  • Besprechung der, in der Telelernphase eingereichten Fälle aus eigener Praxis
  • Abschluss, Lernerfolgskontrolle

 

Hinweis:
Der Fortbildungsnachweis „Geriatrisches Basisassessment“ kann auf die Qualifikation angerechnet werden.

Das ausführliche Curriculum finden Sie hier...

Weitere Details finden Sie in diesem Artikel des Westfälischen Ärzteblatts (Ausgabe 03/13).

Hier finden Sie den aktuellen Artikel des Westfälischen Ärzteblatts (Ausgabe 01/16).

Hier finden Sie den aktuellen Artikel des Westfälischen Ärzteblatts (Ausgabe 01/18).


Auskunft und schriftliche Anmeldung unter:

Akademie für medizinische Fortbildung der ÄKWL und der KVWL
Kristina Balmann
Postfach 40 67
48022 Münster
Telefon: 0251 929 2220
Telefax: 0251 929 27 2220
E-Mail

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