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Pressemitteilung / Aktuelles


Ende des Positivtrends? Organspenden in NRW gleichbleibend! - Kammerpräsident: Tendenz bei bundesweiter Organspende ist unklar

19.01.2010


Kategorie: 2010: Pressemitteilungen


Münster, 19. Januar 2010                 06/10_hei

Der positive Trend der letzten Jahre bei den Organspenden in Nordrhein-Westfalen ist vorerst gestoppt. Im vergangenen Jahr gab es 259 Spenden, 2008 waren es 258 Spenden. Von 2004 bis 2008 dagegen konnten jedes Jahr deutliche Steigerungen in NRW verzeichnet werden. Diese Entwicklung scheint vorerst zu Ende. „Das ist eine bedenkliche Tendenz“, sagt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst. Im Bemühen um eine nachhaltige Steigerung der Organspendezahlen dürfe die Gesellschaft nie nachlassen.

Nach aktuellen Informationen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) brachte 2009 keine deutliche Steigerung der Organspenden in Deutschland. Insgesamt haben bundesweit 1.217 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet. Das sind 19 Spender mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Organspender pro eine Million Einwohner hat sich mit 14,9 gegenüber dem Vorjahr (14,6) kaum verändert. In NRW liegt die Zahl der Organspender pro eine Million Einwohner mit 14,5 noch unter dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig ist die Gesamtzahl der gespendeten Organe in Deutschland um 48 zurückgegangen, so dass für die Patienten auf der Warteliste aus Deutschland 3.897 Organe zur Verfügung gestellt werden konnten.

„Die Lage ist weiterhin dramatisch“, so Windhorst. „Es darf nicht sein, dass all unsere Anstrengungen zur Steigerung der Organspenden im Sande verlaufen.“ Der Kammerpräsident fordert in diesem Zusammenhang, die Informationen über Organtransplantationen „immer und immer wieder“ in die Gesellschaft zu tragen. „Wir müssen die Menschen bei diesem sensiblen Thema mit Informationen und Wissen versorgen, damit sie eine Entscheidung treffen können: am besten für die Organspende und damit für den Mitmenschen. Durch Aufklärung erreichen wir, dass Ängste abgebaut werden und die Menschen sich mit diesem höchst emotionalen Thema auseinandersetzen.“

Nach Aussage von Windhorst sterben weiterhin jeden Tag drei Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Pro Jahr seien das 1000 traurige Schicksale. Die Wartezeit für ein neues Organ habe sich von drei auf fünf Jahre verlängert. „Das sind Zustände, die wir nicht akzeptieren dürfen.“






Dateien:
06_10_Organspendezahlen_2009.pdf

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