02.05.2013

Nein zu einer Bundesbehörde: „Absoluter Unsinn“ - Windhorst: Transplantationsmedizin braucht ärztliche Kompetenz, kein Verwaltungsdenken

Die Forderung nach einer Bundesbehörde zur Koordination und Überwachung der Transplantationsmedizin ist nach Ansicht des Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, „absoluter Unsinn“. Unter anderem von dem Verband der Universitätsklinika wurde die Einrichtung solch einer Behörde jetzt ins Spiel gebracht.

„Ich gehe davon aus, dass die geäußerten Vorschläge Einzelmeinungen sind und auch bleiben. Es kann nicht davon gesprochen werden, dass die Ärzteschaft solch eine Bundesbehörde will“, sagt Windhorst. Vielmehr sieht der ÄKWL-Präsident weiterhin die Ärzteschaft in einer zentralen Rolle bei der Transplantationsmedizin´ „Wir brauchen hier ärztliche Kompetenz, keine Verwaltungsbeamten und Verwaltungsdenken, die über die Organspende und Organverteilung befinden. Die Bundesärztekammer hat laut Windhorst „aus gutem Grund“ ein gesetzlich verankertes Beteiligungsrecht bei der medizinischen Qualitätssicherung. Ihrer Verantwortung komme die Ärzteschaft bei der Organspende mittels ihrer Kontrollgremien umfassend nach.

Nur ärztliches Wissen könne über die Ergebnisqualität bei der Organtransplantation entscheiden. „Ärzte sehen, ob eine Transplantation gelingen kann. Ärzte sehen, ob ein gespendetes Organ und ein Organempfänger kompatibel sind.“ Dies in die Befugnis von Nicht-Ärzten zu legen, sei der „komplett falsche Weg“, um auch das verloren gegangene Vertrauen in die Transplantationsmedizin wieder zurück zu gewinnen.

„Wohin uns pures Verwaltungsdenken und der Blick auf ökonomische Aspekte und somit Fehlanreize gebracht haben, sehen wir bei den Skandalen in Regensburg und Göttingen. Die gesamte Transplantationsmedizin und die Bereitschaft der Bevölkerung zur Organspende leiden bis heute erheblich darunter. Neues Vertrauen gewinnen wir nicht durch eine neue Bundesbehörde.“

Münster, 2. Mai 2013    15/13_hei

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