31.10.2012

Transplantationsgesetz kann helfen, Vertrauen wieder herzustellen - Windhorst: Die Verweigerung der Organspende bedeutet die Verlängerung der Warteliste des Todes

Von dem neuen Transplantationsgesetz, das morgen in Kraft tritt, erhofft sich der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, ein wieder steigendes Vertrauen in das System der Organspende. „Es ist dringend notwendig, dass die Menschen vermehrt bereit sind zur Organspende. Das Misstrauen, dass durch die Skandale der letzten Monate entstanden ist, hatte starke Auswirkungen auf die Spenderzahlen. Jetzt müssen wir verloren gegangenes Vertrauen wieder mühsam aufbauen. Das Transplantationsgesetz  muss und kann dabei helfen.“

Nach aktuellen Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation liegen die Spenderzahlen in den ersten drei Quartalen des Jahres deutlich unter den Vergleichswerten der Vorjahre. So wurden etwa von Januar bis September 2010 961 Organspender gezählt, in diesem Jahr waren es dann nur noch 829, ein Rückgang um etwa 14 Prozent. Bereits 2011 konnten in den ersten drei Quartalen nur 900 Spender gezählt werden. Windhorst: „Die negative Entwicklung ist für die 12.000 Patienten auf der Warteliste wie ein Schlag ins Gesicht. Deren Schicksale dürfen niemandem egal sein. Die Verweigerung der Organspende bedeutet die Verlängerung der Warteliste des Todes“

Das Transplantationsgesetz mit seiner Entscheidungslösung sei ein Schritt in die richtige Richtung, so Windhorst. Der Einsatz von Gesundheitsminister Bahr für die Organspende sei dabei lobenswert  Nun müsse jeder Mensch entscheiden, ob er zur Organspende bereit sei. „Und ob er damit seinem Nächsten und vor allem den Menschen auf der langen Warteliste helfen will“, sagt Windhorst. Es sei ebenfalls begrüßenswert, dass mit der Techniker Krankenkasse eine Kasse bereits begonnen habe, ihre Versicherten über die Organspende zu informieren. Nun müssten auch schnell alle anderen Kassen mit der Versendung von Informationsmaterial und Organspendeausweisen folgen.

 

Münster, 31. Oktober 2012           39/12_hei

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