
Heft 05/13
Themen:
Bericht des Vorstandes
Stichwort: Demenz - neue Serie
Unerkannter pathologischer Nabelschnuransatz
Münster, 22. April 2005
[äk14/05kd]
"Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden müssen allen Patienten zugute kommen dürfen", fordert der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Prof. Dr. med. Ingo Flenker. Er kritisiert damit eine Entscheidung des gemeinsamen Bundesausschusses Ärzte und Krankenkassen: Das Gremiumr entscheidet darüber, welche Behandlungen von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Der Ausschuss will Verfahren, deren Nutzen nicht offensichtlich ist, künftig solange für Kassenpatienten im Krankenhaus ausschließen, bis ausführliche Studien den Nutzen belegen. "Eine falsche Entscheidung", warnt der Kammerpräsident, "denn mit dieser Verzögerungstaktik werden neue Entwicklungen und der Fortschritt im Krankenhaus ausgebremst". Flenker begrüßt deshalb die Initiative von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die als Aufsicht über den Gemeinsamen Bundesausschuss dessen Entscheidung nicht akzeptieren will und auf eine andere Lösung drängt. "Viele Patienten können nicht erst Jahre auf die Ergebnisse von Studien warten", macht der Ärztekammer-Präsident deutlich und nennt ein Beispiel aus der Krebsbehandlung: "Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist ein sehr gutes Verfahren, um bei Krebserkrankungen Metastasen im Körper zu finden. Sie ist im Ausland längst eine übliche Untersuchung. Bei uns hat der Bundesausschuss abgelehnt, dass PET im ambulanten Bereich von den Krankenkassen bezahlt wird." Würde sich der Gemeinsame Bundesausschuss mit seinem Willen durchsetzen, fiele diese Untersuchungsmöglichkeit für Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung künftig auch im Krankenhaus weg.
Dateien:
aek_1405_kd.pdf